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Diese Eiche ist auf Facebook ein echter Star.

Einsamer Baum auf Münsinger Anhöhe

Tausend Fans: Diese Eiche ist ein echter Star

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München - Sie ist hundert Jahre alt. Mindestens. Die einsame Eiche auf dem Höhenberg bei Münsing. Von der Anhöhe aus eröffnet sich der Blick Richtung Starnberger See und zu den Alpen. „Es ist ein magischer Ort“, sagt Stefan Pfeil (48).

Der Werbefilmer aus Weipertshausen, der sonst actionreiche Filme für Kawasaki und Audi dreht, findet hier Kraft und Ruhe. Oft genügt dazu auch nur ein langer Blick hinauf zu dem Baum, der seit Jahrzehnten Wind und Wetter trotzt. Und weil Stefan Pfeil die Kraft der Eiche gerne mit vielen Menschen teilen will, hat er im Oktober eine Facebook-Seite für den Baum eingerichtet. The tree of Münsing, wie es in dem sozialen Netzwerk heißt, hat inzwischen schon fast tausend Fans aus aller Welt!

Stefan Pfeil scheint sein Lieblingsmotiv mit einer Hand zu tragen: die Eiche auf dem Höhenberg.

Jeden Tag stellen jetzt die Liebhaber mehrere Motive der Eiche auf die Seite. Im dramatischen Gegenlicht, mit blutroter Sonne im Hintergrund. Mit schlittenfahrenden Kindern, im dichten Nebel, der die Umrisse des Baums nur noch schemenhaft erkennen lässt. „Es ist faszinierend, was für unterschiedliche Stimmungen die Eichenbaum-Fans einfangen“, freut sich Stefan Pfeil jedes Mal, wenn er die Seite aufruft. „Auch die Kreativität der Leute ist einzigartig. Sie finden immer neue Perspektiven, andere Lichtverhältnisse“, sagt der Werbefilmer, der beruflich weltweit unterwegs ist. Doch wenn er von der Garmischer Autobahn bei Wolfratshausen abfährt und links oben am Hügel die Eiche sieht, weiß er: Bald ist er daheim. „Es ist ein Gefühl der Geborgenheit.“

Landwirte bitten Fans um Ruhe

Doch was sagt eigentlich der Besitzer der Eiche dazu, dass sein Baum so berühmt geworden ist? Die tz findet ihn auf seinem Hof in Münsing. „Meine Kinder haben mir das schon gezeigt“, sagt Bio-Landwirt Nikolaus Mair vom Lothhof in Münsing und lacht. „Das passt scho’. Wir freuen uns, dass die Eiche so sehr gefällt.“
Er weiß auch: Den Baum hat niemand auf der Anhöhe gepflanzt. „Der ist angeflogen oder ein Eichhörnchen hat dort einmal eine Eichel vergraben.“ Noch vor siebzig Jahren war die Loth-Eiche übrigens nicht allein auf dem Höhenberg. „Sie war umgeben von Hollerbüschen“, erzählt Mairs Ehefrau Christine. „Vor Jahrzehnten hat man die aber abgeholzt, nur die Eiche ist übrig geblieben.“

Eine Bitte haben die Landwirte, die im Namen der Eiche einen Leserbrief an den Isar-Loisachboten geschrieben haben: „Es ist schön, wenn ihr bei meinem Anblick zur Ruhe kommt und Kraft tanken könnt. Die lachenden Kinder, die von meinem Stamm aus den Berg hinabrodeln, verkürzen mir die lange Winterzeit. Aber auch ich brauche meine Ruhe. Deshalb bitte ich euch, in der Zeit, in der meine Blätter und die Wiesen um mich herum grün sind, mich nur vom Weg aus zu beobachten und zu fotografieren.“ Die Facebook-Fans werden sich „ihrer“ Eiche zuliebe sicher gerne daran halten.

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