Schwarze Schafe

Einzelhändler leiden unter Mitarbeiter-Diebstählen

München - Ladendiebstahl bleibt für die bayerischen Einzelhändler ein großes Problem. Nicht immer stecken diebische Kunden dahinter, wenn Ware fehlt.

Eine Packung Zigaretten, eine Flasche Wein oder die Tiefkühlpizza fürs Abendessen: Regelmäßig lassen Mitarbeiter in Supermärkten oder anderen Geschäften in Bayern Waren mitgehen - und brocken den Geschäften damit hohe Verluste ein. Im vergangenen Jahr entging dem bayerischen Einzelhandel nach Schätzungen des Handelsverbands Bayern knapp 170 Millionen Euro Umsatz, weil eigene Mitarbeiter Waren aus den Regalen klauten. „Die meisten Mitarbeiter sind ehrlich und loyal. Aber es gibt eben leider auch schwarze Schafe“, sagte Verbandssprecher Bernd Ohlmann der Deutschen Presse-Agentur in München.

Für die Geschäftsleute sei das ein heikles und unangenehmes Thema. Besonders groß ist das Problem im Lebensmittelhandel: „Da wird besonders viel gestohlen.“ Teilweise stecken die Mitarbeiter die Ware einfach ein, aber auch Manipulationen an der Kasse sind keine Seltenheit: Gerade beim Umtausch, einem Storno oder der Buchung von Leergut gebe es mitunter Probleme.

Meist sind es nicht die neuen Mitarbeiter, die zu Langfingern werden: Im Schnitt haben die Diebe eine Betriebszugehörigkeit von sieben Jahren. „Sie profitieren vom Vertrauensverhältnis, das sie im Laufe der Jahre zu ihrem Arbeitgeber aufgebaut haben.“ Je länger der Diebstahl gut gehe, desto mutiger würden die Mitarbeiter. Für die Geschäfte sei es deshalb wichtig, Schwachstellen im eigenen Betrieb aufzuspüren und zu schließen.

Noch größeren Schaden richten zwar jedes Jahr Ladendiebstähle durch Kunden an: Im vergangenen Jahr zeigten die Geschäftsleute 37 000 Ladendiebstähle mit einem Schaden von 335 Millionen Euro an. Die Diebstähle durch das eigene Personal werden aber im Gegensatz zu diesen Fällen meist nicht öffentlich bekannt.

dpa

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