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Am Tatort in Regensburg.

Eisenberg: Anwälte verlangen Tat-Rekonstruktion

Regensburg - Nach den rätselhaften Todesschüssen auf den Studenten Tennessee Eisenberg haben die Anwälte der Hinterbliebenen erneut eine Tat-Rekonstruktion und weitere Ermittlungen verlangt.

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Gutachten zu Todesschüssen zweifelt Notwehr der Polizei an

Ein neues Gutachten des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) sei teilweise "abwegig", teilten die drei Rechtsanwälte am Freitag mit. Eisenberg war Ende April bei einem Polizeieinsatz in Regensburg getötet worden. Die Beamten trafen den mit einem Messer bewaffneten 24-Jährigen insgesamt ein Dutzend Mal, Eisenberg starb kurz darauf im Krankenhaus.

Ein Privatgutachtens der Angehörigen hat Zweifel daran aufgebracht, dass die Polizisten bei den Schüssen tatsächlich in einer Notwehrsituation waren. Das LKA hat nun mit einer Stellungnahme auf dieses Gegengutachten regiert. Bei der Bewertung der Tatortspuren kam der von den Anwälten eingeschaltete Experte des gerichtsmedizinischen Instituts der Uni Münster zu deutlich anderen Ergebnissen als die offiziellen Ermittler. Die Anwälte der Familie verlangen nun, dass ein weiterer Rechtsmediziner aus einem anderen Bundesland den Fall noch einmal untersucht. Das Vertrauen der Familie in die bayerischen Ermittlungsbehörden sei nachhaltig gestört, erklärten die Anwälte.

Nach Angaben der Rechtsanwälte gibt es insbesondere eine unterschiedliche Bewertung von Blutspritzern in der Nähe der Haustür des Gebäudes, in dem Eisenberg erschossen wurde. Das LKA habe in seinem ersten Gutachten diese Spuren "vollkommen ignoriert". Nun werde versucht, das Blut an der Wand dadurch zu erklären, dass diese Spritzer beim Abtransport des schwer verletzten Studenten entstanden seien. "Diese Auffassung halten wir für abwegig, da die Blutspritzer an der Wand eine Höhe bis zu 130 Zentimeter erreichen", sagten die Anwälte.

Die Regensburger Staatsanwaltschaft hat angekündigt, sich vorläufig nicht mehr inhaltlich zum Fall Eisenberg äußern zu wollen. Erst nach Abschluss der Ermittlungen, frühestens in einigen Wochen, werde es eine Stellungnahme geben.

dpa

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