Eisschollen auf Donau: Angst vor Flutwelle

München - Die frostigen Temperaturen bremsen die Schifffahrt auf Bayerns Flüssen aus. Auf der vereisten Donau wurde trotz Sperrung ein Schiff gestoppt: An Bord der frühere Ministerpräsident Beckstein.

Eine Lesung des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein auf einem Donauschiff hat in Regensburg die Wasserschutzpolizei auf den Plan gerufen. Der Grund war, dass der Kapitän des Fahrgastschiffes mit Beckstein und den Gästen der CSU-Veranstaltung an Bord verbotenerweise abgelegt hatte. Die vereiste Donau ist von den Behörden derzeit für die Schifffahrt gesperrt.

Das Wetter macht den Mitarbeitern vom Schifffahrtsamt Regensburg ungeahnte Sorgen: Ein Eisstoß droht. Die Donau ist an der Staustufe Kachlet auf zehn Kilometern zugefroren. „Dadurch setzt sich am oberen Ende der Eisdecke Treibeis fest – und das bildet eine Barriere“, sagt Helmut Rubenbauer, der kommissarische Fachbereichsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamts, der „tz“. Das Problem: Das Wasser staut sich weiter – es kommt im schlimmsten Falle zum Eisstoß. Ein Eisstoß entsteht durch übereinander aufgetürmte Eisschollen in einem Gewässer bei einer langen Kälteperiode. Flüsse sind dabei zunächst dick zugefroren. Falls es nun schnell wärmer wird, brechen diese Platten an der Wasseroberfläche. Normalerweise werden sie weggeschwemmt. Stoßen sie dabei aber auf eine neuerliche Eisdecke, stapeln sich diese Platten immer weiter auf. Es kann sein, dass deswegen das Wasser nicht mehr weiterfließt. Die Folge kann ein heftiges Hochwasser sein. Wird der Wasserdruck so hoch, dass der Eisstoß von alleine bricht, kann dies zu einer Flutwelle führen.

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„Derzeit verzeichnen wir einen leichten Pegelanstieg, doch noch reguliert die Natur sich selbst“, sagt Rubenbauer. Wegen der tiefen Temperaturen kann das Eis aber nicht weitertransportiert werden. Rubenbauer: „Wenn es wirklich zum Eisstoß kommt, ist hier Land unter.“ Die ersten Landwirte in der Region räumten deswegen ihre Stadel aus, und mittlerweile türmt sich das Eis auf eine Höhe bis zu einen Meter. Das letzte Mal, als es zu einem Eisstoß kam, war Mitte der 80er-Jahre. Der Deutsche Wetterdienst sieht Parallelen zum Winterwetter im Jahr 1955/1956: Damals gab es ebenfalls einen milden Dezember und Januar. „Bevor es Anfang Februar mächtig zur Sache ging“, so Diplom-Meterologe Jens Hoffmann. Hoch Dieter geht übers Wochenende die Puste aus. Es bleibt aber kalt und es kann schneien

Beckstein bedauerte, wenn bei seiner Lesung auf dem Schiff etwas unkorrektes erfolgt sein sollte. „Ich hätte es genauso schön empfunden, wenn man nur auf dem Schiff gewesen wäre und nicht abgelegt hätte. Dem Kapitän droht nun eine Anzeige.

mc

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