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Ein Schneepflug hängt bei Horgau (Schwaben) an Bundesstraße 10 im Straßengraben fest. Auf eisglatter Straße war das Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen.

Eiswarnung: Bleiben Sie heute zu Hause!

München - Der Deutsche Wetterdienst rät dringend davon ab, sich am Dreikönigstag in Oberbayern ans Steuer zu setzen oder aus dem Haus zu gehen. Den Warnungen zum Trotz kam es zu zahlreichen Eis-Unfälle.

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Am Vormittag setzte Regen ein, der sofort auf den stark unterkühlten Fahrbahnen festfror. Auch auf Autoscheiben bildeten sich umgehend Eisschichten. Die Gefahrenmeldung betrifft den gesamten oberbayerischen Raum und die Landeshauptstadt. Der Winterdienst war zwar rasch allerorts unterwegs, doch auch das Tausalz konnte die Gefahr nur teilweise bannen. Die Integrierten Leitstellen warnten sämtliche Rettungseinheiten vor Spiegelglätte. Auch hier galt die Devise: Nur unbedingt notwendige Fahrten sollten angetreten werden. In den kommenden Tagen sollen es wärmer werden, dennoch ist verbreitet mit Straßenglätte zu rechnen.

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Die verhängnisvolle Kombination aus Regen und Eiseskälte hat am Donnerstagmorgen in Bayern zu Hunderten von Unfällen und erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Wie die Polizeipräsidien mitteilten, kam es auf Glatteis zu vielen Rutschpartien mit teils schweren Zusammenstößen. Dutzende Menschen wurden verletzt. Die Behörden im Freistaat forderten die Verkehrsteilnehmer auf, nicht mit dem Auto zu fahren. Nur wegen des Dreikönigs-Feiertages blieb ein Chaos auf den Straßen aus, da nur wenige Menschen zur Arbeit mussten. Der Sachschaden geht in die Millionen. 

Auf der Autobahn München-Stuttgart (A8) krachte am Morgen ein Sattelschlepper bei Blitzeis in einen Omnibus. Dabei wurden 30 Menschen verletzt, 4 von ihnen schwer.

In Nürnberg musste der Flugverkehr nach Eisregen für mehrere Stunden eingestellt werden. “Die Start- und Landebahnen sind wie eine große Eislauffläche“, sagte ein Flughafensprecher. Spezialfahrzeuge waren im Einsatz, um Flugzeuge und Pisten eisfrei zu bekommen. Erst am Mittag konnte der Flugverkehr wieder aufgenommen werden, es kam zu zahlreichen Verspätungen. In München wurden an die 25 Flüge annulliert. Mehrere Starts und Landungen verzögerten sich, weil die Pisten präpariert werden mussten, wie ein Sprecher mitteilte.

Streu- und Räumfahrzeuge hatten auch im Nürnberger Stadtgebiet mit Eis zu kämpfen. Sie kamen nur langsam voran. “Wegen der Glätte können sie nur im Schritttempo fahren“, sagte ein Polizeisprecher. Der Burgberg war zeitweise nicht befahrbar und blieb daher für einige Stunden gesperrt. In ganz Mittelfranken zählten die Behörden am Morgen 160 Unfälle mit mehreren Verletzten.

In Mittel- und Unterfranken steckten am Dreikönigstag etliche Autos auf eisglatten Straßen fest. Wegen querstehender Lastwagen musste die Autobahn Ulm-Würzburg (A7) bei Feuchtwangen (Landkreis Ansbach) am Morgen für mehrere Stunden gesperrt werden. Rettungskräfte waren seit 5.00 Uhr im Einsatz, um die Lastwagen von der Straße zu ziehen und Decken an die wartenden Verkehrsteilnehmer zu verteilen.

Nach Angaben der Polizei Würzburg kam es in Unterfranken in den Morgenstunden zu 70 Unfällen mit 8 Verletzten. Auf der Bundesstraße 27 bei Veitshöchheim (Landkreis Würzburg) blockierte ein querstehender Sattelzug für mehrere Stunden die Fahrbahn, nachdem er gegen eine Weinbergmauer gefahren war.

In Nürnberg, Fürth, Erlangen und Bamberg mussten am Morgen die Busse in die Depots zurück. Auf spiegelglatten Straßen waren sie ins Rutschen gekommen, wie eine Sprecherin der Verkehrsgesellschaft VAG in Nürnberg mitteilte.

Die Polizei in Oberfranken war bereits in der Nacht nach starken Schneeverwehungen gefordert. Auf der A70 und der B2 blieben Autofahrer stecken und mussten von der Feuerwehr aus den Schneewehen gezogen werden, bevor der Winterdienst räumen konnte. Die oberfränkische Polizei zählte von 5.00 bis 16.00 Uhr insgesamt 44 Unfälle mit 4 Leichtverletzten.

Nach wochenlangem Winterwetter steht der Freistaat in den kommenden Tagen erstmals vor durchgreifendem Tauwetter. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in München könnten die Temperaturen bis zum Wochenende auf bis zu zehn Grad über Null steigen.

Mit dem milden Wetter steigt zugleich die Hochwassergefahr. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern warnte insbesondere für Franken vor steigenden Flusspegeln. Dort könnten Wiesen und kleinere Straßen überflutet werden.

dpa/ham

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