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Der Angeklagte soll im Jahr 2004 mehr als 300 Tonnen Fleisch in den Handel gebracht haben, das für den menschlichen Verzehr ungeeignet war.

Ekelfleisch: Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Memmingen/Illertissen (dpa) - Im Prozess um einen Ekelfleisch- Skandal hat der Angeklagte vor dem Landgericht Memmingen alle Vorwürfe bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-jährigen ehemaligen Chef eines Kühlhaus-Unternehmens in Illertissen Betrug in 15 Fällen vor.

Er soll im Jahr 2004 mehr als 300 Tonnen Fleisch in den Handel gebracht haben, das für den menschlichen Verzehr ungeeignet war. Die Ware, darunter Schlachtabfälle, soll er umdeklariert und an Firmen im Ausland verkauft haben.

Sein Verteidiger erklärte zum Verfahrensbeginn am Dienstag, sein Mandant habe niemanden betrogen und nicht mit zum Genuss untauglicher Ware gehandelt. Sollte von ihm geliefertes Fleisch nicht den hygienischen Anforderungen entsprochen haben, so habe dies möglicherweise an Fehlern beim Transport oder mangelhafter Zwischenlagerung gelegen.

Die Anklage wirft dem Unternehmer vor, Fleisch im großen Umfang umdeklariert und an Lebensmittelfirmen im Ausland verkauft zu haben, ohne sie über die Qualität der Ware zu informieren. Bei dem Fleisch soll es sich teilweise um sogenannte K 3-Ware gehandelt haben. Diese Schlachtabfälle hätten nur zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet werden dürfen.

Bei dem Kühlhaus-Unternehmen in Illertissen handelt es sich um die Mutterfirma eines Deggendorfer Betriebs, bei dem 2005 der erste große Fleischskandal in Bayern aufgedeckt wurde. Im darauffolgenden Jahr war der vorbestrafte ehemalige Geschäftsführer der Deggendorfer Firma vom Landgericht Memmingen wegen illegaler Umetikettierung von 750 Tonnen Schlachtabfällen zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden.

dpa

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