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Sie sind stolz auf ihren kleinen Helden: Gerlinde und Martin Pöllner haben Niklas gestern zur Ehrung begleitet. Der Elfjährige aus Waging am See wurde ausgezeichnet, weil er einer demenzkranken Seniorin geholfen hatte.

Auszeichnungen für engagierte Oberbayern

Ein Kleiner als großes Vorbild

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Waging am See - Ehrungen sind besser als Schule, keine Frage. Nur sind die meisten Helden leider ja schon längst raus aus dem Schulalter. Niklas Pöllner ist eine Ausnahme. Er ist erst elf – und hat trotzdem schon eine Auszeichnung für eine Rettungstat bekommen.

Die Geschichte von einem Kleinen, der ein großes Vorbild ist.

An dem Tag, als Niklas Pöllner ein Held wurde, war es eisig kalt. Einer dieser frostigen Dezembertage, an denen man am besten schnell radelt, um wieder ins Warme zu kommen. Genau das hatte er eigentlich vor, als er sich nach einem Besuch bei seiner Oma auf den Heimweg machte. Vom Fahrradweg aus beobachtete der Elfjährige eine ältere Dame, die zu Fuß auf der vielbefahrenen Staatsstraße bei Waging am See im Kreis Traunstein unterwegs war. „Ich hab’ mich schon gewundert, dass sie nicht auf dem Radweg läuft“, erzählt Niklas knapp ein Jahr später.

Eigentlich weiß er, dass man vorsichtig sein sollte mit Fremden und besser erst mal misstrauisch. Doch in diesem speziellen Fall hat er sich anders entschieden. Er wartete am Ende des Radwegs auf die Frau und sprach sie an. „Ich hab sie gefragt, ob alles in Ordnung ist“, erzählt er. Schnell merkte er, dass die Seniorin Hilfe braucht. „Sie hat gesagt, dass sie schon seit Stunden umherirrt und einen Ort in Sachsen sucht.“ Niklas hat nicht lange überlegt, er stieg vom Fahrrad ab und nahm die frierende alte Frau mit nach Hause.

Seine Eltern entdeckten, dass sie eine Karte um den Hals trägt. Auf der stand, dass sie im Seniorenheim lebt. Die Pöllners riefen bei der Polizei an. Bis die Beamten ankamen, tranken sie Kaffee mit der Seniorin und boten ihr Plätzchen an.

Von seinen Eltern hat Niklas seit damals viel Lob dafür bekommen, dass er sich so aufmerksam verhalten hat. Gestern kam noch ein besonderes Lob dazu. Er ist einer von 25 Menschen in Oberbayern, die gestern von der Regierungspräsidentin Brigitta Brunner eine Auszeichnung für großes Engagement bekommen haben. Als Niklas auf die Bühne trat, um sich seine Urkunde abzuholen, bekam er einen donnernden Applaus. „Du bist mit Deinen elf Jahren schon ein großes Vorbild“, sagte Brunner. Niklas ist der jüngste Held an diesem Tag. Ein Held in Lederhose und Trachtenjacke – der nun vielleicht sogar noch aufmerksamer durch die Welt radelt als vor jenem 13. Dezember 2015.

Natürlich hat er auch seinen Freunden erzählt, was er damals auf dem Heimweg erlebt hat. Und dass er dafür eine Auszeichnung bekommt. Er musste ja schließlich erklären, warum er einen Tag schulfrei bekommt. An die alte Dame hat er noch ein paar Mal gedacht. Er weiß, dass sie 76 Jahre alt ist und demenzkrank. „Zuerst hatte ich mir überlegt, dass ich sie noch einmal im Altenheim besuchen komme“, erzählt Niklas. „Aber dann ist mir eingefallen, dass sie sich an diesen Tag ja wahrscheinlich gar nicht mehr erinnern kann.“ Er wird sich noch lange an diesen kalten Wintertag erinnern. Wie sollte er ihn auch vergessen – schließlich hat er ja jetzt zu Hause eine Urkunde, die beweist, dass er einer von Bayerns jüngsten Helden ist.

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