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Geschenk eines Flüchtlings: Maria Anna Kargus erinnert dieses Bild immer daran, warum sich ihr Engagement lohnt.

"Ohne sie ginge es nicht"

Empfang für Flüchtlingshelfer im Maximilianeum

München - Ohne sie ginge es nicht: Tausende ehrenamtliche Helfer kümmern sich um die vielen Flüchtlinge, die derzeit nach Bayern kommen. Die SPD-Landtagsfraktion bedankte sich dafür bei ihnen mit einem Empfang im Maximilianeum.

Maria Anna Kargus muss nur das Bild in ihren Händen anschauen, um zu wissen, warum sie all das tut. „All das“ heißt: freien Wohnraum für Flüchtlinge organisieren, Sprachkurse vermitteln, Spenden sammeln, mit Asylbewerbern bei Behörden vorsprechen; morgen fährt sie mit einem Syrer nach München, ins Klinikum, er benötigt eine Herz-Operation. „Naja, ich bin Ansprechpartnerin für alles. Sieben Tage die Woche. Das ist eigentlich ein Vollzeitjob“, sagt die Freiberuflerin aus Pfronten im Ostallgäu. Warum? Sie deutet auf das Bild: „Das hat mir ein jesidischer Flüchtling geschenkt. Als Dank für all das, was die anderen Helfer und ich tun. Es kommt ganz viel zurück. Da käme ich nie auf den Gedanken, mit der Hilfe aufzuhören“, betont sie.

Sie ist eine der 600 Gäste aus Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden und Schulen, die am Dienstagabend in den Landtag kamen. Die SPD-Landtagsfraktion wollte Danke sagen für all das, was sie alle derzeit in der Flüchtlingshilfe leisten.

Für viele von ihnen ist es keine neue Arbeit. „Ich mache das schon seit Jahren – die vielen Flüchtlingszuströme gab es ja auch schon in den Neunzigerjahren“, erzählt Walter Lasar, 53, Bankkaufmann aus Günzburg. Im dortigen Asylbewerberheim wohnen 30 Flüchtlinge. Lasar und andere Ehrenamtliche haben einen Helferkreis gebildet und setzen nun auf Sprachausbildung – das sei das Wichtigste. Er selbst kümmert sich um die Spendeneinsammlung, um Fahrdienste, um die Organisation gemeinsamer Ausflüge und vieles mehr. Neulich haben sie ein „Essen mit den Kulturen“ veranstaltet. Die Asylbewerber aus neun verschiedenen Nationen kochten für Günzburger Anwohner. Rund 100 Gäste kamen. „Das ist wichtig – denn wir möchten, dass auch die Akzeptanz in der Gesellschaft steigt“, sagt er.

Das Wichtigste ist menschliche Nähe

Das Problem sieht auch Maria Anna Kurges; bei ihr in Pfronten gebe es zwar keine Aufmärsche gegen Flüchtlinge – „aber gerade deshalb sollten wir schon im Vorhinein ein Zeichen setzen, damit diese Gegend weiterhin von einer anderen, einer weltoffenen Stimmung bestimmt wird“, sagt die 52-Jährige, die sich bei Amnesty International engagiert. Sie selbst ist an diesem Abend auch deshalb in den Bayerischen Landtag gekommen, um die Politik „aufzurütteln“. Was sie zum Beispiel nicht versteht: Warum hauptberufliche Flüchtlingshelfer eigentlich studierte Sozialpädagogen sein müssten. „Ich habe nicht einmal Abitur, aber ich glaube, ich kann die Arbeit teilweise besser machen als manch anderer. Außerdem gibt es gar nicht so viele Sozialpädagogen wie benötigt werden“, sagt sie, die sich durchaus vorstellen könnte, in diesem wichtigen Bereich auch hauptberuflich zu arbeiten. Gerade tut sie das ja ohnehin schon rund um die Uhr – nur eben ehrenamtlich.

Claudia Staben-Obst, 52, aus Petershausen (Kreis Dachau) ist eine der hauptamtlichen Helferinnen. In einem besonderen Projekt: Auf dem Gelände vom Franziskuswerk Schönbrunn, mit 800 Bewohnern die größte Behinderteneinrichtung Oberbayerns, stehen seit einem Jahr zwei Container, in denen 52 Flüchtlinge leben. „Da gab es vorher schon bei einigen Menschen Bedenken: Wie wird es sein, wenn solche Sonderwelten aufeinander knallen? Aber es funktioniert sehr gut“, erzählt sie. Sie möchte, dass die Gäste aus aller Welt eine Aufgabe bekommen, und darum vermittelt sie ihnen ein Ehrenamt in dem Wohnheim. Wie können denn Menschen, die die deutsche Sprache nicht verstehen, ehrenamtlich helfen? „Mit ganz viel menschlicher Wärme. Sie helfen bei Ausflügen, schieben den Rollstuhl, geben Nähe. Und lernen ganz nebenbei die deutsche Sprache“, erzählt sie.

Kleidung, Wohnraum und Essen seien das Eine – doch auch Monika Broxvall, 39, Studentin aus München, weiß, dass das Wichtigste die menschliche Nähe ist. Sie hat im Herbst in einem Zeltlager in München mit Flüchtlingen im Kindergartenalter gebastelt. „Die Sprache ist bei den Kindern gar kein Problem. Die lachen und reden auf ihre Weise einfach drauf los. Und sind so dankbar. Ich möchte weiter helfen.“

Katja Kraft

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