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Immer wieder kam es zu Polizeieinsätzen im Dorf Altschauerberg, weil Demos gegen den „Drachenlord“ angekündigt stattfanden.

Nicht der erste Vorstoß

Wieder Ärger für Youtuber „Drachenlord“: Behörde macht Ernst - und verhängt ein neues Verbot

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    Richard Strobl
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Neuer Behörden-Zoff für den „Drachenlord“: Der Youtuber aus Altschauerberg/Emskirchen darf vorerst keine Live-Streams mehr online stellen.

Update vom 28. März 2019: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hatte im Februar 2019 die Youtube-Livestreams des streitbaren Rainer W. gestoppt - doch der „Drachenlord“ machte einfach auf einer anderen Plattform weiter.

Nun will die BLM auch den Younow-Livestream „Drache_Offiziell“ unterbinden. „In seinem Stream richtet sich Rainer W. an die Allgemeinheit, kommentiert und beantwortet erhaltene Chat-Nachrichten und trägt damit zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Aus diesen Gründen ist „Drache_Offiziell“ als Rundfunk zu bewerten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Weil der BLM keine rundfunkrechtliche Zulassung vorliegt, untersagt sie W. mit sofortiger Wirkung, sein Angebot als Livestream im Netz zu verbreiten. Der „Drachenlord“ kann gegen den neuerlichen Vorstoß der Behörde innerhalb eines Monats Rechtsmittel einlegen.

„Drachenlord“: Behörde stoppt Live-Streams - Youtuber reagiert sofort

Update vom 3. Februar 2019: Der unter dem Namen „Drachenlord“ bekannte Youtuber aus Mittelfranken sorgte mit seinen Videos für viel Aufsehen im Netz und auch in seiner Heimat Emskirchen. Dank eines Aufrufs des vielfach gehassten „Drachenlords“ kamen im vergangenen Sommer so viele Menschen aus ganz Deutschland, dass die Polizei einschreiten musste.

Doch nun bekommt der 29-Jährige Probleme mit der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Nach einem Bericht des Nachrichtenportals nordbayern.de darf der „Drachenlord“ aktuell nicht mehr mit Live-Streams online gehen. Allerdings liegt dies nicht an den oft provokanten Inhalten der Videos. 

Da regelmäßig mehr als 500 Zuschauer bei den Live-Streams des Youtubers zusehen würden, bräuchte der für sein Angebot eine Lizenz. Die Bayerische Landesmedienanstalt twitterte zu dem Fall, dass dem „Drachenlord“ der Live-Stream aus „formalen Gründen untersagt“ wurde, da der Antrag auf Rundfunkzulassung nicht alle erforderlichen Unterlagen enthalten habe. „Sie wurden trotz Nachfrage nicht nachgereicht. Eine weitergehende inhaltliche Prüfung hat deshalb nicht stattgefunden“, heißt es weiter.

Youtuber „Drachenlord“ reagiert sofort mit neuem Video

In einem zweiten Tweet schreibt die BLM weiter, der „Livestream-Betreiber behauptet nun, den Antrag nicht selbst gestellt zu haben. Das ändert nichts an der Untersagung, da Livestream-Angebote als Rundfunk eingestuft werden.“

Unter dem Hashtag „besiegt“ veröffentlichte der Youtuber direkt ein neues Video, das den Titel „Drachenlords letzter Stream | Nervenzusammenbruch“ trägt. Darin bestätigt er die Post der BLM, widerspricht der Darstellung aber und erklärt, dass er dagegen vorgehen will.

Meldung vom 21. Oktober 2018: „Schanzenfest“ beim „Drachenlord“: Polizei riegelt ganzes Dorf ab

Altschauerberg - An jeder Ecke stehen Polizeifahrzeuge. Uniformierte patrouillieren auf den Straßen des 40-Seelen-Dorfes Altschauerberg, das zu Emskirchen im Kreis Neustadt an der Aisch gehört. Außer den Beamten wagt sich kaum einer auf die Straße: Für dieses Wochenende war wieder ein „Schanzenfest“ beim „Drachenlord“ angekündigt. 

Das kleine Dorf in Mittelfranken kommt nicht zur Ruhe. Gerade einmal zwei Monate ist es her, dass hunderte Menschen nach Altschauerberg kamen, um gegen Rainer W. zu demonstrieren. W. hat als YouTuber „Drachenlord“ traurige Berühmtheit erlangt. Seine Videos und die Reaktionen darauf sind seit Jahren Gegenstand der Berichterstattung, weil W. nicht nur im Netz polarisiert, sondern im realen Leben angefeindet und bedroht wird. Warum die Situation eskalierte, lesen Sie hier.

„Drachenlord“ in Emskirchen: Polizei riegelt gesamtes Dorf nach Demo-Aufruf ab

Anders als im August, als die Polizei dutzende Platzverweise aussprach und einen Teil der aus ganz Deutschland angereisten Menschen einkesselte, bleibt es an diesem Wochenende ruhig in Altschauerberg. Das liegt auch am frühzeitigen Eingreifen der Polizei: Sämtliche Zufahrten wurden gesperrt, Einwohner mussten sich ausweisen, es gab Kontrollstationen. Das USK, Einheiten der Bereitschaftspolizei und Hundeführer waren am Samstag vor Ort. Zu eine Demo kam es gar nicht erst - doch der Großeinsatz dauerte bis Sonntagmorgen. 

Rückblick im Video: Angriff auf den „Drachenlord“

Polizeisprecher Rainer Seebauer vom Präsidium Mittelfranken sagt: „Im Internet hatte es mehrere Termine gegeben, an denen hier Veranstaltungen stattfinden sollten. Dieser Samstag ist als wahrscheinlichster übrig geblieben. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die Anwohner von Altschauerberg zu schützen.“ 

Der „Drachenlord“ will nicht aufgeben

Seit W. 2015 seine Adresse veröffentlichte und seine Hater - also seine Gegner - aufrief vorbeizukommen, kamen die Menschen in Scharen. Es gab Sachbeschädigungen, Beleidigungen - und Morddrohungen. Unter den unerwünschten Besuchern leidet das gesamte Dorf. 

Offenbar ahnte Rainer W. nicht, wie sehr sich seine Hass-Community auf ihn eingeschossen hat. Ans Aufgeben denkt der „Drachenlord“ trotzdem nicht. Bereits nach dem Aufmarsch im August sagte er in einem Stream auf der Plattform YouNow: „Sonst sehen die Hater, dass sie Erfolg mit ihren Aktionen haben. Wenn ich mich jetzt drücken würde, dann würde ich vermutlich endgültig zerbrechen.“

Bilder: Polizeieinsatz beim „Drachenlord“

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