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Der „Drachenlord“, Rainer W. in seinem ersten Stream nach den Krawallen.

Ausschreitungen in Emskirchen

Attacken gegen YouTuber: „Drachenlord“ räumt Mitschuld ein - Keine Einsicht bei Hatern

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In einem 40-Seelen-Dorf in Mittelfranken protestierten hunderte Menschen gegen den YouTuber „Drachenlord“. Nun hat er eine Mitschuld eingeräumt - im Gegensatz zu seinen Hatern.

Update vom 24. August 2018, 10.51 Uhr: Drachenlord räumt Mitschuld ein

Rainer W. räumt in seinem aktuellsten Stream von Donnerstag eine Mitschuld an den Vorfällen ein. 2015 hatte er bestimmte Personen dazu aufgefordert, persönlich vorbeizukommen und in dem Zuge dessen seine Adresse veröffentlicht. Seitdem herrscht in der Gemeinde Ausnahmezustand. Mit dem Streamen aufzuhören, kommt für den Drachenlord aber nicht in Frage: „Sonst sehen die Hater, dass sie Erfolg mit ihren Aktionen haben. Wenn ich mich jetzt drücken würde, dann würde ich vermutlich endgültig zerbrechen“, sagt er in seinem Livestream bei YouNow. Seine Abonnenten machen ihm weiter Mut und bestärken ihn, nicht aufzugeben. 

Seine Hass-Community denkt übrigens auch nicht daran, aufzugeben. Einige sehen die volle Schuld an den Vorfällen beim Drachenlord selbst. Ein User namens „Drouuul“ schreibt in einer E-Mail an die Redaktion: „Suchen Sie den Fehler nicht bei den aufgebrachten Menschenmengen, sondern beim Verursacher.“ Von Einsicht also keine Spur. Auch bei Twitter gehen die Beschimpfungen - meist auf das Aussehen von Rainer W. gemünzt - weiter. Fotos von Rainer W.s Gesicht mit wüsten Beschimpfungen sind noch die harmlosesten Verunglimpfungen. 

Der Konflikt zwischen dem Drachenlord und seinen Hatern ist also wohl noch lange nicht vorbei - eine weitere Eskalation nicht ausgeschlossen. Ein neuer Termin für eine Fortsetzung der Ausschreitungen von Montag kursiert bereits diffus im Netz.

Update vom 23. August 2018, 21.52 Uhr: Drachenlord-Nachbarn leiden seit Jahren

Die Krawalle am Montag in Emskirchen sind bundesweit durch die Presse gegangen und vielen, denen der YouTuber mit dem Nicknamen „Drachenlord“ zuvor kein Begriff war, interessieren sich dafür, wie es überhaupt so weit kommen konnte.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den YouTuber und was den sogenannten „Hatern“ nach den Ausschreitungen am Montag nun droht. Wie die Situation derart eskalieren konnte, erfahren Sie hier.

Update vom 23. August 2018, 16.55 Uhr: Ganzes Dorf leidet unter Drachenlord-Hatern

Nicht nur dem Drachenlord selbst, sondern auch den Nachbarn und Anwohnern machen die Hater und die Fans des Drachenlord zu schaffen. Schon seit Jahren leiden sie unter den nächtlichen Ruhestörungen und dem Vandalismus im Ort. „Wäre das Haus nicht unser Eigentum, würden wir wegziehen“, sagt eine Anwohnerin (36) gegenüber Bild bei einem Ortsbesuch.

Hauptkommissar Thomas Klein von der Polizei in Neustadt bestätigt: Ruhe, gab es in dieser Gemeinde schon lange nicht mehr. In den vergangenen acht bis zehn Wochen sei die Polizei „nahezu täglich“ in dem Ort gewesen. Wegen Beschwerden der Anwohner. Mehr als 10.000 Euro Schaden beklagt laut Bild der Wirt einer Pizzeria im Ort. Immer wieder würden Pizzen in Rainer W.s Namen bestellt und nicht abgeholt. Ein Streich, der in seinen Dimensionen völlig aus dem Ruder läuft. 

Der Polizei sind in vielen Fällen die Hände gebunden. Bei konkreten Delikten wie zum Beispiel Ruhestörungen kann die Polizei aktiv werden. Sich in einem Ort aufzuhalten oder herumzulaufen dagegen ist nicht so leicht zu unterbinden. 

Update vom 23. August 2018, 12 Uhr: Dicke Tränen beim Drachenlord

Drei Tage nach den Ausschreitungen bei Emskirchen war Rainer W. mit dem Usernamen „Drachenlord“ am Mittwoch erneut im Stream zu sehen. Unter dem Hashtag #reaktstream rechnet er mit den Medien und der Berichterstattung über die Vorfälle ab. Eigentlich habe er ja nicht darauf eingehen wollen, so der Drachenlord. Doch manche Aussagen seien schlicht falsch: „Die Aussage, dass ich frauenfeindlich bin und die Aussage, dass ich ein Nazi bin. Jeder Mensch ist für mich ein Mensch - egal, welche Hautfarbe er hat und wo er geboren wurde“, so der im Netz als Drachenlord bekannte YouTuber. 

In fast jedem Medienbericht sieht er sich selbst falsch dargestellt. Einmal werde ein falscher Ort genannt, andere Informationen seien veraltet. 

Während er sich live die Videos unter anderem von RTL und BR ansieht, platzt ihm der Kragen: Die Medien würden Halbwissen über ihn verbreiten, ohne die genauen Zusammenhänge zu kennen. 

„Mich kotzt das mit den Hatern mehr an als jeden anderen“, sagt Rainer W.  Seine Follower sprechen ihm Mut zu, er solle sich nicht unterkriegen zu lassen. Bei „Dir gehört mein Herz“ von Phil Collins fangen bei Rainer W. die Tränen an zu laufen. „Drache, gehts dir echt gut oder haben die Tage Spuren hinterlassen“, fragt ein Fan namens Tom.  

„Ich bin nur irgendein Typ, der versucht seinen Weg zu finden“, sagt Rainer W. nachdenklich in die Kamera. 

Update 22. August 2018, 19 Uhr: „Drachenlord“-Videos sind verschwunden

Zwei Tage nach der Hass-Demo gegen „Drachenlord“ sind die umstrittenen Videos von dessen Plattform verschwunden. Auf seiner YouTube-Seite hieß es am Mittwoch, dass der Kanal auf unbestimmte Zeit pausiere. Warum, das wurde zunächst nicht bekannt. Der Mann wollte sich auf Anfrage der Deutschen-Presse-Agentur nicht dazu äußern. 

Update 22. August 2018, 10.40 Uhr: „Drachenlord“ kündigt Deaktivierung seines Kanals an

Nach den Ausschreitungen am Montag im beschaulichen Emskirchen hat der YouTuber Drachenlord, der im Zentrum der Geschichte steht, einen neuen Stream veröffentlicht. 

Gleich zu Beginn positioniert sich der Drachenlord, ohne selbst ein Wort zu sagen: Er spielt den Song „Sag Nein“ von der Band Wie Ihr, in dem es um Cyber-Mobbing und die drastischen Konsequenzen geht. 

Erst nach 45 Minuten eher belanglosen Geplänkels und weiteren Songs macht Rainer W. eine Ankündigung, die seine Follower sehr treffen dürfte und die offenbar eine direkte Konsequenz aus den Vorfällen am Montag ist: „Ich habe meinen Hauptkanal auf unbestimmte Zeit deaktiviert.“ Der selbsternannte Drachenlord will sich künftig mehr auf seine Bücher und auf seinen Gamingkanal konzentrieren. Mehr kann und will Rainer W. offenbar nicht zu dem Thema sagen. Bis mindestens Ende des Jahres soll sein Account deaktiviert bleiben - vielleicht auch länger, so der Drachenlord. Seinen kommentierten Musik-Stream auf YouNow wird es allerdings weiterhin geben. 

Rainer W. aka „Drachenlord“ wirkt nach Hater-Treff in Emskirchen angeschlagen

Rainer W. wirkt in dem Video niedergeschlagen - die Pöbeleien vor seiner Haustür sind offenbar nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Auch die Wahl des Hashtags des Tages spricht für sich: „Besiegt“. Ob nun „der Drache“ oder seine Hater besiegt worden sind, das bleibt offen. 

Zu der deutschlandweiten Berichterstattung über die Vorfälle in Emskirchen möchte sich Rainer W. am Dienstag nicht äußern. In einem Video von Montag bedankt sich der YouTuber aber bei der Polizei für ihren Einsatz. Das Video von Montag trug noch den Titel „Rainer bleibt unbesiegt“. 

Die Provokationen gehen offenbar schon seit Jahren hin und her zwischen dem Drachenlord und seinen Hatern. Im Netz gibt es zahlreiche Belege der gegenseitigen Beschimpfungen, teilweise über den Gartenzaun hinweg, teilweise in Videobotschaften. 

Bereits 2015 rief Rainer W. dazu auf, Probleme persönlich zu klären und veröffentlichte dazu seine Adresse. Für den 20. August diesen Jahres organisierten sich die Gegner des YouTubers zu einer gemeinsamen Demonstration - dem „Schanzenfest“. Ziel sollte nach einem Bericht derARD wohl der Sturm des Hauses sein. Nachdem die Polizei - nicht unbegründet - Gewalteskalationen befürchtete, wurde die Veranstaltung untersagt. Die Hater kamen trotzdem - alles zu dem Einsatz können Sie weiter unten nachlesen. 

Update 21. August 2018, 16.45 Uhr: Über 300 Platzverweise

Nun wird das ganze Ausmaß des Großeinsatzes in Altschauerberg bei Emskirchen klar: Laut Polizeiangaben waren über den ganzen Montag verteilt zwischen 600 und 800 Personen vor den Wohnhaus des YouTubers „Drachenlord“. Es herrschte absoluter Ausnahmezustand im dem beschaulichen Örtchen Altschauerberg bei Emskirchen. 

In Altschauerberg hatten sich am Montag Demonstranten versammelt um gegen einen YouTuber zu protestieren. Der hatte auf seinem Kanal seine Hater dazu aufgerufen, persönlich vorbei zukommen.

Das Landratsamt von Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hatte die Versammlung zuvor verboten. „Die Polizei musste auf das Versammlungsverbot hinweisen und hat 300 Platzverweise ausgesprochen“, erklärt Polizei-Pressesprecher Rainer Seebauer. Es wurden Böller geworfen und es kam zu einem Brand in einem Straßengraben, außerdem wurde ein Bushäuschen beschmiert. Ein Betrunkener bespuckte und beleidigte zudem einen Polizeibeamten. Dennoch zieht Seebauer aus Polizeisicht ein positives Fazit: „Wir waren in ausreichender Zahl vor Ort, insgesamt war es friedlich, es war keine gewalttätige Versammlung.“ 

Zwischen 23 Uhr und Mitternacht seien auch die Letzten der zumeist jüngeren Demonstranten heimgefahren. Manche seien sogar aus anderen Bundesländern oder dem Ausland angereist, sagt der Polizeisprecher.

„Der Drachenlord ist ein Phänomen der sozialen Medien, er hat etliche Follower und Hater. Da kommt es immer wieder zu Provokationen und Beleidigungen“, sagt Seebauer. Sogar Morddrohungen habe es schon gegeben.

YouTuber Drachenlord verursacht Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr

Erstmeldung: YouTuber sorgt für Großeinsatz

Altschauerberg - „Da sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht“ - das Sprichwort trifft auf das beschauliche mittelfränkische Dorf Altschauerberg bei Emskirchen (Lkr. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) wohl zu, wie auf kaum einen anderen Ort. Gerade einmal rund 40 Seelen leben hier. Doch am Montag ist plötzlich alles anders als sonst: In Altschauerberg gab es plötzlich mehr Polizisten als Einwohner, sogar das Unterstützungskommando der bayerischen Polizei wurde vom DFB-Pokalspiel in Fürth abgezogen und in den kleinen Ort geschickt.

Der Hintergrund: In dem Dorf lebt der streitbare YouTuber „Drachenlord“, bürgerlich bekannt als Rainer W., der bewusst mit provozierenden Aussagen das Netz spaltet. Seit Jahren zieht er den Hass der Internetgemeinde auf sich, fast 80.000 Menschen sehen regelmäßig seine Videos. Seine sogenannte „Hater“ rief der YouTuber darauf in einem Video auf, die Differenzen bei ihm zu Hause vor der Haustür zu klären. Kein kluger Schachzug: Schon seit Monaten pilgern nach dem Aufruf gewaltbereite „Hater“ nach Altschauerberg, immer wieder kommt es zu Übergriffen auf den „Drachenlord“, immer wieder muss die Polizei einschreiten. Pizzen werden bestellt, die Feuerwehr gerufen oder Eier geworfen.

Die Polizei führte Straßenkontrollen durch. 

Für Montag verabredeten sich rund 9700 Hass-Demonstranten zum "Schanzenfest", um dem „Drachenlord“ ein für allemal eine Lektion zu erteilen und ihn zum Rückzug aus dem Netz zu bewegen. In letzter Sekunde schaltete sich das Neustädter Landratsamt ein und konnte die Demo mit einem fast dreitägigen Versammlungsverbot, das unterdessen auch ein Gericht bestätigte, kippen.

Trotzdem waren schon am Montagmorgen mehr als 100, überwiegend junge Demonstranten in Altschauerberg vor Ort und mit ihnen ein Großaufgebot an Polizisten. Im Laufe des Tages sprach die Polizei mehr als 150 Platzverweise aus und musste auch einige Demonstranten festnehmen.

Passanten werden von der Polizei kontrolliert.

Am Abend eskalierte die Situation: Unbekannte zündeten in der Nähe seines Anwesens Böller. Andere entfachten offenbar mit Böllern ein Feuer auf einer Wiese, die Feuerwehr musste zum Löschen anrücken.

Schlussendlich wurde sogar ein Unterstützungskommando der bayerischen Polizei vom DFB-Pokalspiel in Fürth abgezogen und in das 40-Seelen Dorf beordert. Vor Ort kesselten die Beamten die Demonstranten ein, erneut kam es zu Festnahmen. Die Straßen wurden abgeriegelt und Autos kontrolliert.

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News5/vf

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