Endlich! Der Frühling kommt

München – Endlich: Das Wochenende verspricht viel Sonne und milde Temperaturen. Grasfrösche und Igel, Schlüsselblumen und Schneestolz werden aus ihren Winterverstecken aufwachen – und die Hobbygärtner kommen langsam wieder in Schwung.

Es sind langersehnte Nachrichten, die Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst zu verkünden hat: Der Frühling steht ins Haus. „Wir bekommen am Wochenende eine deutliche Milderung mit frühlingshaften Temperaturen“, sagt der Diplom-Meteorologe.

In ganz Bayern wird das Thermometer 13 bis 18 Grad anzeigen, es wird freundlich und sonnig. Nur in den Frühstunden bleibt es „noch recht frisch“, sagt Wünsche. Erst Sonntagabend sollen ein paar Wolken aufziehen, Regen gibt es aber nicht. Und das Beste an der ganzen Sache, verrät Wünsche: „Bisher ist es nicht absehbar, dass es wieder kälter wird – auch Anfang nächster Woche nicht.“ Es wird richtig frühlingshaft. Was sich in den nächsten Tagen regt und was gepflegt werden muss, erklären Experten aus der Landwirtschaft, dem Gartenbau und dem Naturschutz:

- Im Garten blühen bereits Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse, berichtet Alexander Teichgreber vom bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege. Bald werden vereinzelt Schlüsselblümchen, Schneestolz und Blausternchen folgen, auch frühblühende Forsythien können austreiben – an sonnigen, geschützten Stellen. Denn „wann das Blühen beginnt, bestimmen nicht nur die Außentemperaturen, sondern auch Böden und Lage“, erklärt der Gartenbauingenieur Teichgreber. Am sonnigen Waldrand sind schon Leberblümchen und Frühlingsalpenveilchen zu sehen. Hobbygärtnern rät Teichgreber nun zum Schnitt: „Wenn man etwas auslichten möchte, dann jetzt.“ Ist der Boden nicht mehr gefroren, dann kann man ihn auch schon bepflanzen: Allerdings sollte man darauf achten, dass gekaufte Ware nicht schon zu weit ausgetrieben ist, sagt Teichgreber. Der Rasen wird noch in Ruhe gelassen, aber in Beeten kann der Boden, wenn er denn trocken ist, schon mal aufgelockert werden: „Jetzt ist die beste Zeit für die Grundbodenbearbeitung“, so Teichgreber. Auch die Kübelpflanzen dürfen an die frische Luft – „je früher, desto besser“ – aber: langsam und vorsichtig. Im besten Fall nur stundenweise, auch, um die Blätter vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen – sonst gibt es Verbrennungsschäden. Das gilt auch für alle abgedeckten Pflanzen im Garten.

- Der Bauer muss nun wieder raus aufs Feld – und odeln. Denn jetzt wird der „Wirtschaftsdünger“, wie der Odel korrekt heißt, ausgebracht. Und der Mineraldünger, erklärt Matthias Kick vom Bayerischen Bauernverband. Denn: „Es ist wichtig, dass die Pflanzen jetzt ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden.“ Wenn der Boden ganz trocken ist, werden auch Maulwurfshügel mit der „Wiesenhexe“ geglättet und die ersten Sommergetreide und Frühkartoffeln ausgesät.

- Auch die Tierwelt kommt in Schwung – allen voran die Amphibien. „Man merkt, dass Bewegung drin ist und der Winter abgeschüttelt wird – die ersten Vorboten sind da“, berichtet Kai Frobel, Artenschutzreferent des Bund Naturschutz. Am Wochenende stellen 6000 Helfer in ganz Bayern Krötenzäune auf – um etwa 700 000 Amphibien vor dem Straßentod zu retten. In der Luft sind nun Drosseln zu sehen, Kranichtrupps und Kibitzschwärme – und Störche sind auch wieder da, erzählt Frobel. Im Garten wackeln schon die mutigsten Igel durch das Gras – noch schwach und dünn. Helfen muss ihnen aber keiner, so Frobel: „Die wissen selber am besten, wann sie aufwachen können.“

Nina Praun

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