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Wie viel Energie kann man beim Duschen sparen? Bayerischer Experte klärt auf

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Von: Thomas Eldersch

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Duschen und etwas für die eigene Energiebilanz tun – das geht. Ein bayerischer Hochschulprofessor erklärt, was jeder von uns ändern kann.

Ingolstadt – Die Faustregel, besser duschen statt baden, das spart Wasser, ist ja schon seit langem bekannt. Seit kurzem – seitdem die Energiepreise in Deutschland in die Höhe schnellen – soll sich ein weiterer Wasserspartrend durchsetzen. Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, schlägt vor, häufiger zum Waschlappen zu greifen als zum Duschkopf. Aber das ist laut einem Professor der TH Ingolstadt gar nicht notwendig. Er weiß, wie man beim Duschen Energie sparen kann.

Bayerischer TH-Professor gibt Tipps, um beim Duschen Energie zu sparen

Klaus-Uwe Moll ist Dekan an der Fakultät für Maschinenbau in Ingolstadt. Eigentlich nicht der erste Studiengang, an den man denken würde, wenn es ums Duschen geht. Aber das eine muss das andere nicht ausschließen. So sagt Moll in einer Pressemitteilung der TH: „Auf den ersten Blick scheint das Thema Duschen nichts mit dem Maschinenbau zu tun zu haben. Aber ohne die Erkenntnisse der Thermodynamik, der Strömungsmechanik oder der Regelungstechnik ließe sich das Einsparpotential nicht berechnen.“

Um ein Kilogramm Wasser um 30 °C zu erwärmen, ist so viel Energie nötig, wie zum Heben eines Gewichts von 17 Tonnen, also circa neun Mittelklasse-Pkw, um einen Meter nach oben.

Klaus-Uwe Moll, Dekan für Maschinenbau an der TH Ingolstadt

Moll hat einfach Tipps zusammengetragen, mit denen jeder zu Hause Wasser und Energie einsparen könnte. „Wenn jeder seinen Wasserbedarf beim Duschen um 1/3 reduziert, ob durch eine technische Maßnahme in Form eines Duschsparkopfes oder schlicht durch Abdrehen des Wassers beim Einseifen, und statt mit 37 °C nur noch mit 31 °C – also nicht etwa kalt – duschen würde, so könnte bereits der Energieeinsatz des Duschbades auf die Hälfte reduziert werden ohne nennenswerte Komforteinschränkungen.“ Bei etwa 40 Millionen Duschvorgängen am Tag in Deutschland würden die Einsparungen etwa 33.600 Gigawattstunden betragen.

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Beim Duschen wird unglaublich viel Energie verbraucht

Man könnte sogar noch mehr rausholen, würde man Wirkungsgradverluste und ähnliches mit einrechnen, so der Professor. Mit einem Beispiel kann der Maschinenbau-Dekan beeindruckend zeigen, wie viel Energie beim Duschen verbraucht wird. „Vielen ist nicht bewusst, welche Energiemenge zum Erwärmen von Wasser notwendig ist. Der Vergleich mit mechanischer Energie kann helfen: Um ein Kilogramm Wasser um 30 °C zu erwärmen, ist so viel Energie nötig, wie zum Heben eines Gewichts von 17 Tonnen, also circa neun Mittelklasse-Pkw, um einen Meter nach oben.“

So will Bayern Energie sparen. „Die Lage ist dramatisch.“

Mit den Tipps des Experten kann jeder einzelne an seiner Energiebilanz arbeiten. Der Professor sieht aber auch zukünftige Ingenieursgeneration in der Pflicht. „Es ist die Aufgabe von uns und künftigen Ingenieuren, solche Potenziale zu erkennen und so zu nutzen, dass einerseits Einsparungen realisiert werden und andererseits keine Komforteinschränkungen spürbar sind. Damit können maschinenbauliche Ingenieure ein großes Stück gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.“ (tel)

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