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Dieter K.: Er wurde nach Frankreich entführt.

Fall Kalinka: Haftbefehle erlassen

Kempten/Paris - Im Entführungsfall eines deutschen Arztes nach Frankreich hat die Staatsanwaltschaft Kempten zwei europäische Haftbefehle wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen Freiheitsberaubung und gefährlichen Körperverletzung erlassen.

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Sie betreffen nach Angaben der Behörde vom Dienstag einen 38 Jahre alten Mann aus dem Kosovo und einen 72-jährigen Franzosen. Beide werden verdächtigt, mit unbekannten Mittätern am Abend des 17. Oktober den 74 Jahre alten Arzt in ihre Gewalt gebracht und nach Frankreich verschleppt zu haben. Dabei war das Entführungsopfer erheblich verletzt worden.

Der Kosovare ist inzwischen von österreichischen Behörden festgenommen. Er hat einer vereinfachten Auslieferung nach Deutschland nicht zugestimmt. Dadurch sei nicht absehbar, wann der Beschuldigte nach Deutschland ausgeliefert werden könne. Der zuständigen französischen Behörde sei der europäische Haftbefehl gegen den 72-Jährigen übermittelt worden. Die französische Justiz muss jetzt über die Auslieferung entscheiden. Die Ermittlungen zu den unbekannten Mittätern dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiter an.

Der 72-Jährige soll die Verschleppung eingefädelt haben. Er wirft dem deutschen Mediziner vor, seine Tochter getötet zu haben. Der Arzt war der Stiefvater des Mädchens Kalinka, das 1982 unter mysteriösen Umständen starb. Der jetzt entführte Mann war in Frankreich wegen fahrlässiger Tötung der 15-Jährigen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann war jedoch nie nach Frankreich ausgeliefert worden, obwohl gegen ihn ein europäischer Haftbefehl vorlag. Die deutschen Behörden hatten das Verfahren eingestellt, weil die Todesursache des Mädchens nicht zu ermitteln war.

dpa

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