Untersuchungshaft

Entlassener Priester soll Kind sexuell missbraucht haben

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Deggendorf - Die Staatsanwaltschaft Deggendorf berichtet von einem aus dem Klerikerstand entlassenen ehemaligen Priester, der aktuell ein schulpflichtiges Kind sexuell missbraucht haben soll.

Gegen den 52-jährigen ehemaligen Priester der polnischen Erzdiözese Stettin/Cammin wurde nach Informationen der Leitenden Oberstaatsanwältin Kunigunde Schwaiberger am 26. September durch das Amtsgericht Deggendorf Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern erlassen. Seitdem befinde er sich in Untersuchungshaft.

Das Bistum Regensburg zeigte sich schockiert über die Taten, die dem laisierten Geistlichen vorgeworfen werden, erklärte Pressesprecher Jakob Schötz gestern. „Pater Thomas“, so hat er sich offenbar genannt, ist bereits im Jahr 2008 aus dem Klerikerstand entlassen worden. Damals befand er sich im Raum Mainz. Danach tauchte er in mehreren Diözesen auf, gab sich als Pfarrer aus und hatte wohl auch den Pfarrer von Otzing (Kreis Deggendorf) mit einen gefälschten Priesterausweis getäuscht. Dort soll er an Gründonnerstag 2015 mit seiner 84-jährigen Mutter aufgetaucht sein und sich als obdachlos bezeichnet.

Pfarrer übertrug ihm Aushilfstätigkeiten

Der gutgläubige Pfarrer nahm ihn auf, ließ ihn Messen in einer Kapelle halten und übertrug ihm seelsorgliche Aushilfstätigkeiten. Eine Warnmail des Bistums Regensburg am 6. Oktober 2015 habe den Otzinger Pfarrer laut Schötz veranlasst, das Ordinariat zu informieren und den falschen Priester zum Verlassen der Pfarrei aufzufordern. Trotzdem hielt der Mann ohne Wissen des Pfarrers Kontakt zu einer polnischen Migrantenfamilie. Die Mutter habe sich kürzlich an den Otzinger Pfarrer gewandt und ihm von den sexuellen Übergriffen auf ihr Kind berichtet. Er konnte die Frau bewegen, den 52-Jährigen anzuzeigen.

Auch im Erzbistum München und Freising hat der falsche Priester sein Unwesen getrieben. Ein Sprecher berichtete auf Anfrage, dass es Anfang 2014 einen Hinweis erhalten habe, ein laisierter Priester in Taufkirchen/Vils (Kreis Erding) trete als Pfarrer auf. Er halte Gottesdienste in Privathäusern. Am selben Tag schickte das Erzbistum eine Warnung per Email an alle Pfarreien. „Bis heute sind keine weiteren Hinweise bei uns eingegangen“, so der Sprecher. Es gebe auch keine Indizien dafür, dass es im Erzbistum durch den falschen Priester sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige gegeben habe.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / ANP,picture-alliance / ANP

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