+
Premiere streitet mit Kathrein um Millionen.

Entschlüsselungsgeräte: Premiere fordert von Kathrein 26 Millionen

Unterföhring/Rosenheim - Der Bezahl-Fernsehsender Premiere aus Unterföhrung verklagt die Kathrein-Werke aus Rosenheim auf eine Rekordsumme: Er fordert mehr als 26 Millionen Euro Vertragsstrafe.

Die Firma Zehnder, die über eine Beteiligungsfirma mit den Rosenheimer Kathrein-Werken verflochten ist, habe Umgehungsgeräte zum Schwarzsehen aus China nach Deutschland eingeführt und weiterverkauft. Die Kathrein-Werke bestreiten jegliche Schuld daran.

Kathrein hatte sich als Hersteller von Satelliten-Receivern gegenüber Premiere verpflichtet, keine Umgehungsvorrichtungen selbst herzustellen oder durch Dritte fertigen zu lassen, mit denen man den Fernsehsender kostenlos schauen kann. Im Falle eines Verstoßes hatten die Partner eine Strafe von 50 000 Euro vereinbart. Premiere wirft Kathrein vor, zwischen 2006 und 2008 insgesamt 219 392 dieser Umgehungsgeräte in 39 Lieferungen nach Deutschland importiert und in 488 Fällen an Händler weiterverkauft zu haben. Damit habe Kathrein 527 Mal den Vertrag gebrochen – und müsse jetzt 527 mal 50 000 Euro zahlen.

Der Knackpunkt ist nun, ob alle Firmen, an denen der Unternehmer Anton Kathrein beteiligt ist, von dem Vertrag erfasst werden. Premiere glaubt, dass die Beteiligungsverhältnisse so eng sind, dass Kathrein für die Entschlüsselungsgeräte von Zehnder verantwortlich ist. Die Rosenheimer hätten von den Geräten zum Schwarzsehen gewusst oder hätten es wissen müssen. Kathrein bestreitet das.

Das Landgericht München I muss sich in den nächsten Wochen mit vielen rechtlichen Problemen befassen. In einer ersten Verhandlung deutete es aber schon an, dass Premiere ein „Prozessrisiko“ trage. „Wir haben keinen Beweis, dass Professor Kathrein informiert war“, sagte der Richter.

Sollte die Klage dennoch Erfolg haben, so werden sich die Parteien noch um die Höhe der Strafe streiten. Denn im Vertrag gibt es eine Haftungsgrenze. Dann könnte es sein, dass die Kathrein-Werke nur rund 1,9 Millionen bezahlen müssten. Das Urteil fällt am 28. Mai.

Nina Gut

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Für 90.000 Euro: Mann bestellt seit Jahren online Waren - bezahlt aber nie
Ein Mann aus dem fränkischen Schwarzenbruck hat sich über Jahre in mindestens 220 Fällen Waren online Waren liefern lassen - aber nie bezahlt. Jetzt entlarvte die …
Für 90.000 Euro: Mann bestellt seit Jahren online Waren - bezahlt aber nie
Bayerischer Regionalligist trauert um Neuzugang (23): So gedenkt ihm ein kroatischer WM-Star
Schock für den SV Schalding-Heining: Neuzugang Edvin Hodzic ist kurz nach seinem Wechsel zum Regionalligisten gestorben. Auch Kroatiens WM-Held Mateo Kovacic trauert um …
Bayerischer Regionalligist trauert um Neuzugang (23): So gedenkt ihm ein kroatischer WM-Star
Fahrgäste bleiben in Gondeln stecken - Vorfall ruft Polizei auf den Plan
Bei einem Besuch einer Sommerrodelbahn in der Fränkischen Schweiz sind mehrere Gäste in Gondeln steckengeblieben und mussten von der Bergwacht befreit werden. Nun …
Fahrgäste bleiben in Gondeln stecken - Vorfall ruft Polizei auf den Plan
Die Seenotretter wollen nicht aufgeben
Die Hilfsorganisationen bekommen für die Seenotrettung auf dem Mittelmeer momentan sehr viele Spenden – obwohl sie aktuell nicht ins Einsatzgebiet fahren dürfen. Doch …
Die Seenotretter wollen nicht aufgeben

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.