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Gefährliche Jahreszeit: Die Räude rafft in ganz Bayern gerade Füchse dahin.

Epidemie: Füchse sterben qualvollen Tod

Freising - Tote Füchse im Garten, am Straßenrand und im Wald: Die Räude greift derzeit in Bayern um sich. Denn die gefährliche Krankheit trifft die Tiere vor allem in der kalten Jahreszeit.

Für den kranken Fuchs ist die Räude ein qualvoller Tod – nach wochenlangem Leiden. Die Krankheit kommt bei etwa 40 Säugetierarten vor, doch der Rotfuchs ist besonders betroffen. Das Leiden verursacht die Sarcoptes-Milbe. Der Parasit – je nach Larvenstadium zwischen 0,1 und 0,3 Millimeter groß – bohrt sich in die Haut seines Wirts. Die Milben paaren sich erst auf der Haut und legen dann die Eier darin ab. Die Folgen für das Säugetier: Juckreiz, Rötungen, Entzündungen, der Tod.

„Die Tiere kratzen sich wund“, erklärt Andreas König, Leiter der Arbeitsgruppe (AG) Wildbiologie und Wildtiermanagement der TU München mit Sitz am Weihenstephaner Wissenschaftszentrum. Den Füchsen fallen die Haare aus, die Haut verkrustet und reißt auf. „Entweder die Tiere erfrieren durch den Energieverbrauch und Temperaturverlust oder sie sterben an weiteren Infektionen“, sagt König. Die Krankheit endet vor allem im Winter nach drei Monaten meist tödlich. Im Sommer können die Füchse sie manchmal ausheilen. Die Krankheit überträgt sich durch direkten Kontakt. Rasend schnell infizieren sich die Füchse daher während der Paarungszeit – auch Ranzzeit genannt – von Dezember bis Februar. Inzwischen gibt es bayernweit eine regelrechte Epidemie: Die Seuche begann vor fünf Jahren im Allgäu, seit zwei Jahren breitet sie sich nach Norden und Osten aus. Betroffen sind unter anderem die Landkreise Landsberg am Lech, Weilheim-Schongau, Starnberg, Fürstenfeldbruck, Miesbach und München. „Wir haben seit diesem Herbst vor allem Meldungen im urbanen Bereich“, sagt König.

Die Räude grassiert, weil es inzwischen wieder stabil hohe Fuchspopulationen gibt. Die Anzahl der Tiere habe sich laut König vervierfacht, seitdem die Füchse mit Ködern gegen Tollwut geimpft wurden. Die Räude taucht besonders in übervölkerten Revieren auf und gilt daher als Dichte-Regulativ. Die Folge: Erst wenn die Zahl der Füchse abnimmt, geht auch die Krankheit zurück. So dauert es bei einem Befall rund zwei Jahre, bis sich die Lage wieder normalisiert. Eine zweite Welle ist dann aber weniger tragisch: Wenn die Räude bereits in einem Gebiet war, sind die überlebenden Tiere oft immun. Um Infos über die Räudesituation in Bayern zu bekommen, startete Christof Janko von der AG Wildbiologie Ende 2010 ein Fuchsräude-Monitoring. Das Meldekataster soll zeigen, wie weit die Seuche verbreitet ist. 2300 erkrankte Tiere wurden seitdem gemeldet – für den Zeitraum von zehn Jahren. Allein 16 Fälle gab es heuer im Kreis Starnberg. Die meisten Meldungen machen die Jäger. „Die Jagdhunde sind der Gefahr ausgesetzt, weil sie bei der Jagd oft mit Füchsen in Kontakt kommen“, sagt Thomas Schreder, Sprecher des Bayerischen Jagdverbands.

Auch Hunde und Katzen können die Seuche bekommen, bei direktem Kontakt mit einem Fuchs oder im Fuchsbau. Der Verband versucht daher laut Schreder, kranke Tiere gezielt zu erlegen, das geht aber nur bei der Jagd vom Hochsitz. Nicht so bei der Jagd im Fuchsbau und bei der Treibjagd. Der Verband mahnt Jäger deshalb zur Vorsicht. Auch private Hundebesitzer sollten aufpassen. Für den Fall, dass ein räudiger Fuchs in der Umgebung lebt, empfiehlt König Medikamente zur Prävention. Beim Tierarzt gibt es ein Schutzspray, das mehrere Wochen lang auf den Hinterkopf des Hundes gesprüht wird.

Von Vera Markert

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