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Erschütterungen ohne Folgen - in Bayern kam es im Jahr 2016 zu 150 schwachen Erdbeben.

Schwaches Jahr

Erdbebenstatistik 2016: Bayern 150 Mal betroffen

Augsburg - Wie mächtig Erdbeben sein können, zeigen die jüngsten Ereignisse aus Italien. Auch in Bayern kommt es regelmäßig zu Erdbeben. Im letzten Jahr 150 Mal.

Die Erde hat im Freistaat im vergangenen Jahr vergleichsweise selten gebebt. „Wir haben 2016 etwa 150 Ereignisse lokalisiert, die in Bayern und um Bayern herum stattgefunden haben“, sagte der Erdbebenexperte des Bayerischen Landesamts für Umwelt, Erwin Geiß, in Augsburg der Deutschen Presse-Agentur. Im Durchschnitt registrieren die 24 hoch sensiblen Messstationen im Freistaat etwa 240 bis 250 Erschütterungen im Jahr.

„Das ist im Rahmen der ganz natürlichen Schwankungen“, ordnete der Geophysiker ein. „Es gibt auch Jahre, wo Schwarmbeben auftreten, da kommen noch ein paar Hundert obendrauf.“

Tausende kleine Beben in wenigen Wochen

Schwarmbeben sind eine besondere Form der Erdbeben, die nicht das typische Muster mit einem Hauptbeben und abklingenden Nachbeben haben. Stattdessen kommt es im Verlauf weniger Wochen bis Monate zu Hunderten oder gar Tausenden ähnlich starker - beziehungsweise ähnlich schwacher - Beben. Im Freistaat treten sie vor allem in zwei Regionen auf: „Zum einen am Hochstaufen bei Bad Reichenhall, wo es einen relativ klaren Zusammenhang gibt zwischen Starkregenereignissen und der Erdbebentätigkeit“, erläuterte Geiß. Zum anderen kommen Schwarmbeben schon seit Jahrhunderten gehäuft in der Nähe des auf tschechischer Seite liegenden Eger-Graben vor. „Da ist nicht so wirklich bekannt, warum es dort diese ausgeprägte Schwarmtätigkeit gibt.“

Erschütterungen aufgrund der Alpenbildung meist in Italien

Auch in anderen Regionen Bayerns sind hin und wieder Erschütterungen zu spüren, die dann allerdings meist im Zusammenhang mit der Alpenbildung entstehen. „Die klassische Seismizität hängt damit zusammen, dass wir auf einem Planeten leben, wo die Erdplatten in Bewegung sind“, erläuterte Geiß. „Die afrikanische Platte bewegt sich nordwärts, und eine Folge dessen ist die Bildung der Alpen, weil die afrikanische gegen die europäische Platte drückt.“

Ein Großteil dieser Spannung werde in Italien abgebaut wie jüngst bei den schweren Beben in den Abruzzen. „Die Seismizität entlang des Inntals und der bayerischen Alpen von Lindau bis Berchtesgaden hat eine sehr verhaltene Intensität“, erläuterte Geiß. Nur selten erreichten die Magnituden Werte von über 3; bis 2,7 spüren Menschen die Erschütterungen in der Regel nicht, wie Geiß erläuterte. „Alle paar Jahre ist es mal kräftiger.“ Aber selbst dann gilt: „Die Erdbeben, die wir hier in der Regel erleben, fühlen sich an, als ob ein schwerer Lkw oder ein Güterzug vorm Haus vorbeifährt.“

dpa/lby

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