Erfolg für Gegner der Gasbohrung am Chiemgau

Breitbrunn/München/Wien - Die Planungen für eine Erdgas-Probebohrung in der Nähe des Chiemsees liegen auf Eis. Die österreichische Firma kommt damit den Gegnern vor Ort entgegen.

Auf Antrag der Betreiberfirma wurde das Genehmigungsverfahren bei der Regierung von Oberbayern ausgesetzt, wie Behördensprecherin Ines Schantz am Mittwoch in München bestätigte. Zuvor hatte die Bürgerinitiative “Gegen Gasbohren am Langbürgner See“ in einem Schreiben an die Rohöl-Aufsuchungs-Aktiengesellschaft (RAG Austria) die “offenkundige Lernfähigkeit und ernsthafte Bereitschaft zu einem wirklichen Bürgerdialog“ gewürdigt.

Das österreichische Unternehmen ist offensichtlich bereit, nach einem anderen Standort für die Probebohrung zu suchen. Einer der Sprecher der Bürgerinitiative und frühere Münchner Stadtrat, Bernhard Fricke, schrieb dazu an die Firma: “Ich bin überzeugt, dass die RAG Austria unter keinen Umständen an dieser extrem sensiblen Stelle gegen den geschlossenen Widerstand der Bevölkerung die geplante Erdgasbohrung am bisher vorgesehenen Standpunkt durchführen wird.“ Andernfalls werde “ein dramatischer Image-Gau“ aus dem Chiemgau über das “weltweit angesehene österreichische Unternehmen hereinbrechen“.

Der zunächst geplante Standort für die Probebohrung liegt am Langbürgner See. Das Gewässer gehört zur Eggstätter Seenplatte - ein bei Einheimischen und Urlaubern beliebtes Naherholungsgebiet. Die RAG mit Sitz in Wien plante dort im Frühjahr 2012 Versuchsbohrungen, reagierte aber jetzt auf den Widerstand aus der Bevölkerung. In bis zu 3000 Metern Tiefe werden reichhaltige Gasvorkommen vermutet - bis zu 300 Millionen Kubikmeter.

Eine Firmensprecherin bekräftigte am Mittwoch, man suche den Dialog mit den Bürgern. Dies sei mit den Betroffenen bei einem Gespräch am Vortag vereinbart worden. Gemeinsam solle nun nach einer für alle akzeptablen Lösung gesucht werden. Im Klartext: Die RAG akzeptiert unter Umständen auch einen weniger sensiblen Ort für die Probebohrung.

Das Unternehmen bohrt seit 75 Jahren nach Erdöl und -gas. Der Umsatz lag 2010 bei 340 Millionen Euro. Die RAG beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. Gefördert werden soll der Rohstoff im Erfolgsfall von der Bayerngas.

dp

Rubriklistenbild: © dapd

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