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Der Deutsche Alpenverein informiert auf seiner Website über den Vorfall.

Erkrankte Bergwanderer aus Kliniken entlassen

Oberstdorf/Kempten - Von den durch verunreinigtes Trinkwasser auf der Allgäuer Rappenseehütte erkrankten Bergwanderern waren am Montag nach Polizeiangaben zunächst noch 12 Patienten in stationärer Behandlung.

Sie wurden in verschiedenen Kliniken im Ober- und Ostallgäu behandelt. Die meisten konnten nach Angaben des Landratsamtes Oberallgäu im Tagesverlauf wieder entlassen werden. Sie gehören zu den 145 Bergwanderern, die sich am Wochenende auf der Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) mit verunreinigtem Trinkwasser mit einer Magen-Darm-Entzündung infiziert hatten.

Die Magen-Darm-Beschwerden kommen entweder von verunreinigtem Trinkwasser oder von Noroviren. Das teilte die Polizei in Kempten am Montagabend mit. Proben hätten gezeigt, dass sich einige Menschen mit dem Norovirus infiziert haben. Es gehört zu den weltweit häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall.

Die Kriminalpolizei Kempten hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung zunächst noch gegen keine konkrete Person richteten. Der Hüttenwirt werde aber vernommen. Die Rappenseehütte mit rund 300 Lagerplätzen und 42 Betten gehört dem Deutschen Alpenverein (DAV). Die Organisation bedauerte den Vorfall. Eine DAV-Sprecherin sagte, Bergwanderer müssten nicht verunsichert sein, der Trinkwasserstandard auf den Hütten werde ständig streng geprüft. Einen ähnlichen Vorfall wie jetzt habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Wanderer müssten kein Trinkwasser in Kanistern mitschleppen, sondern könnten sich auf die hohe Wasserqualität in den Hütten verlassen.

Das gut 2000 Meter hoch gelegene DAV-Haus war zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Infektion voll belegt. Offenbar hatte die UV-Anlage der Hütte zur Keimvernichtung im Trinkwasser versagt, sagte Bernd Zehetleitner von der Bergschule Oberallgäu. Dabei werde das Wasser zur Keimabtötung bestrahlt. Dies sei ein seit Jahren bewährtes Prinzip für die Trinkwasserbereitstellung in den Berghütten. Die Rappenseehütte werde jetzt gründlich desinfiziert und soll zum Wochenende wieder geöffnet werden.

Bei der Rettungsaktion der erkrankten Wanderer waren Hubschrauber der Bergrettung, Polizei und Bundeswehr im Einsatz. Rund 40 Personen waren ins Tal geflogen worden, die anderen konnten aus eigener Kraft absteigen und sich in ärztliche Behandlung begeben. Das Landratsamt Oberallgäu wies benachbarte Berghütten an, die Hygienemaßnahmen zu verstärken und die Sicherheitsvorkehrungen von Anlagen zu überprüfen. Wer für die entstandenen Kosten aufkommen müsse, sei derzeit noch unklar, sagte die Sprecherin der Behörde.

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