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Umstrittener Blütentraum: Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit haben sich Bürger gegen die Ausrichtung der Landesgartenschau (hier 2014 in Deggendorf) in ihrer Kommune ausgesprochen. Zuerst in Traunstein, nun in Erlangen.

Mehrheit in Erlangen gegen Großveranstaltung

Bürger stimmen gegen die Landesgartenschau

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Nach Traunstein erteilen auch die Bürger von Erlangen der Landesgartenschau eine Absage. Die Veranstalter-Gesellschaft kündigt für die Zukunft mehr Bürgerbeteiligung an. Und die Umweltministerin will das Auswahlverfahren überarbeiten.

München/Erlangen – Es ist der zweite kräftige Dämpfer für die Landesgartenschauen innerhalb kurzer Zeit. Am Sonntag haben die Bürger im mittelfränkischen Erlangen die Schau für das Jahr 2024 per Bürgerentscheid verhindert. Mit einer klaren Mehrheit von 69,3 Prozent sprachen sich die Erlanger dafür aus, die Planungen zu beenden. Bereits im vergangenen Jahr hatten schon die Bürger von Traunstein dagegen gestimmt, dass die Landesgartenschau im Jahr 2022 in ihrer Stadt ausgerichtet wird.

In Erlangen hatte die Bürgerinitiative als Hauptargument die Zerstörung eines Landschaftsschutzgebietes für die geplante Schau ins Feld geführt – und vor Geldverschwendung und unkalkulierbaren Kosten gewarnt. Veranschlagt waren knapp 16 Millionen Euro, von denen das Umweltministerium bis zu 3,6 Millionen beisteuern wollte.

Auch in Traunstein hatte ein Aktionsbündnis vor allem wegen der Finanzierung gegen die Landesgartenschau mobil gemacht. Die beiden aktuellen Fälle sind die einzigen in der 36-jährigen Geschichte der bayerischen Landesgartenschau, in denen die Bevölkerung die Veranstaltung in ihrer Kommune verhindert hat. Dagmar Voß, Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschauen, nahm die Entscheidung der Erlanger Bürger mit „großem Bedauern“ zur Kenntnis. „Das Konzept, das Erlangen vorgelegt hat, hätte es verdient, realisiert zu werden.“

Leider zeige sich oft erst während einer Schau, welche wirtschaftlichen und nachhaltigen Vorteile die Veranstaltung bringe. „Die Vision ist im Vorfeld oft schwer zu kommunizieren“, so Voß.

Die Entscheidungen in Erlangen und Traunstein hätten gezeigt, dass politische Gremien das Einverständnis ihrer Wähler nicht mehr als selbstverständlich voraussetzen könnten. Der Bürgerinformation und -beteiligung müsse deshalb künftig vor der Bewerbung ein erheblich höherer Stellenwert eingeräumt werden.

Auch die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf sieht das so. Sie kündigte deshalb gestern an, das Bewerbungsverfahren überarbeiten zu wollen: „Ich werde dem Ministerrat Vorschläge für ein neues Verfahren bei der Bewerbung für Gartenschauen vorlegen, bei denen eine intensive Bürgerbeteiligung wesentliches Bewertungskriterium sein wird.“ Künftig sollen die Bürger schon eingebunden werden, wenn die Kommune ein Bewerbungskonzept erstellt – und nicht wie bisher erst nach dem Zuschlag vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Man müsse den Menschen früher klar machen, dass die Schau selbst nur die „Spitze des Eisbergs“ sei, sagt auch Uta Kamousis, Sprecherin der Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschauen. Ziel sei schließlich ein nachhaltiges, grünes Stadtentwicklungskonzept. Und eben nicht nur eine „teure Blümchenschau“.

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