Tochter missbraucht: Vater muss in Haft

Nürnberg/Erlangen - Für die Gutachter war der Fall keineswegs eindeutig, das Gerichts selbst aber hatte zuletzt keine Zweifel mehr:

Wegen jahrelangen Missbrauchs der leiblichen Tochter ist am Montag ein 47 Jahre alter Erlanger zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth bestätigte damit ein gleichlautendes Urteil des Amtsgerichts Erlangen. Der Ingenieur, der alle Vorwürfe abstritt und von einem Rachefeldzug seiner Tochter gegen ihn sprach, hatte gegen das erstinstanzliche Urteil Berufung eingelegt.

Das Gericht sah es dagegen als erwiesen an, dass der Familienvater zwischen den Jahren 2001 und 2005 seine Tochter mindestens elfmal sexuell missbrauchte; so habe er sich unter den Augen des Mädchens in deren Zimmer selbst befriedigt; mehrere Male legte sich der Angeklagte mit entblößtem Oberkörper zu seiner Tochter aufs Bett und bedrängte sie mit beischlaf-ähnlichen Bewegung. Zu solchen Vorfällen war es laut Anklage alle ein bis zwei Monate gekommen, was der Angeklagte wiederum bestritt.

Mit seinem Hinweis, er halte das heute 23 Jahre alte Opfer für absolut glaubwürdig, setzte sich der vorsitzende Richter gleich über zwei Gutachten hinweg. So hatte eine Expertin in einem aussagepsychologischen Gutachten die Auffassung vertreten, es bestünden Zweifel daran, dass die junge Frau das Geschilderte tatsächlich erlebt hat. Der Angeklagte wiederum hatte einen Lügendetektortest während des aufwendigen Verfahrens bestanden, was seine Glaubwürdigkeit untermauern sollte. Zwei andere Gutachter wiederum meldeten methodische Zweifel an den Expertisen ihrer Kollegen an.

dpa

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