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Ein Erlenzeisig sucht im Winter nach Nahrung.

Der Tod am Vogelhäuschen: Massensterben geklärt

München - In Massen sterben derzeit Erlenzeisige in und um München. Jetzt haben Experten die Ursache gefunden: Die Vögel erliegen einem Erreger, der auch Menschen gefährlich werden kann.

Hunderte kranke und tote Erlenzeisige wurden in den letzten zwei Wochen in und um München gesichtet: ein rätselhaftes Massensterben. Die Vogelklinik in Oberschleißheim hat die toten Vögel jetzt untersucht. Mit dem Ergebnis: Die Tiere waren an Salmonellen erkrankt und sind sehr wahrscheinlich auch daran gestorben. Das teilte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit.

Doch nicht nur das Massensterben verwundert Vogelfreunde - auch die Tatsache, dass die Tiere derzeit in großen Scharen nach

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Süddeutschland kommen. Der Erlenzeisig ist zwar auch in Bayern heimisch, erklärte der LBV. Ungewöhnlich aber ist, dass bei einer Vogelzählung am 6. Januar fast 30 000 Vögel dieser Art aus bayerischen Gärten und Grünanlagen gemeldet wurden - in normalen Wintern ist der Erlenzeisig nur ein seltener Gast am Futterhaus. Die meisten dieser Wintergäste kommen laut LBV wahrscheilich aus Nordosteuropa.

An Futterhäusern haben sie sich wahrscheinlich auch mit den Salmonellen infiziert. Die Erkrankung wird über Vogelkot übertragen.

Erlenzeisige gelten als sehr empfindlich für Salmonellen-Erkrankungen. Zudem haben die lange Reise aus Nordosteuropa, der lange Winter und der starke Futtermangel in dieser Jahreszeit wahrscheinlich ihr übriges getan, das Immunsystem der Tiere zu schwächen.

Der LBV empfielt daher folgende Hygienemaßnahmen:

Gründlich reinigen: Futterhäuschen, an denen kranke oder tote Vögel entdeckt werden, sollte man abbauen und gründlich reinigen - am besten mit heißem Wasser und Spülmittel. Die Vogelschützer raten dazu, Einmalhandschuhe zu tragen.

Eventuell austauschen: Futterhäuschen, bei denen große Mengen Futter auf den Boden Fallen, sollte man nach Möglichkeit austauschen. Moderne Futterhäuschen haben einen Futterspender, der nur so viel Futter abgibt, wie der Vogel frisst. Dadurch ist ausgeschlossen, dass das liegengebliebene Futter mit Kot überdeckt wird.

Hände waschen: Nach dem Handtieren mit dem Vogelhäuschen sollte man sich unbedingt die Hände waschen. Auch Menschen können sich mit Salmonellen infizieren.

Kranke Vögel, so Heinz Sedlmeier vom LBV, erkennt man an ihrem apathischen Verhalten. Sie bewegen sich kaum noch und verlieren jede Scheu vor Menschen.

Der Erlenzeisig hat ein sehr markantes Aussehen. Er ist deutlich kleiner als ein Spatz, hat einen kurzen und kräftigen Federschwanz und ein überwiegend grünlich-gelbes Federkleid. Nur die Brust ist hell gefärbt.

Meist belagern die Vögel die Futterhäuschen in Trupps von fünf bis fünfzig Tieren. Männchen sind am Rücken intensiver grün gefärbt als die Weibchen und haben eine dunkle Kappe sowie ein dunkles Brustlätzchen.

Auch Menschen können sich mit Salmonellen infizieren. Die Erreger können zum Beispiel bei mangelnder Hygiene ins Trinkwasser oder in Nahrungsmittel gelangen.

Rohes Fleisch, Milchprodukte oder Speisen mit rohen Eiern können mit Salmonellen befallen werden, wenn sie zum Beispiel zu lange nicht gekühlt werden oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Auch wer sich nach dem Gang auf die Toilette nicht die Hände wäscht, läuft Gefahr, sich zu infizieren.

Vor allem Kinder, ältere Menschen und Kranke sind gefährdet. Erwachsenen mit einem intakten Immunsystem machen Salmonellen meist nicht so schwer zu schaffen.

Kolja Kröger

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