Noch kein Tatvedacht gegen früheren KZ-Wachmann

Weiden - Die Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen früheren Wachmann im Vernichtungslager Auschwitz haben noch keinen konkreten Tatverdacht ergeben.

Ob gegen den 87-Jährigen Anklage erhoben wird, stehe derzeit noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Weiden. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes könnten noch mehrere Monate dauern.

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg hatte der Staatsanwaltschaft Weiden Ende August umfangreiches Material übergeben. Demnach war der Mann 1944 in Auschwitz-Birkenau an der Ermordung von mindestens 344 000 Menschen in den Gaskammern beteiligt. Zu Tode kamen vor allem ungarische Juden. Der Sohn eines Slowaken und einer Amerikanerin soll 1942 - mit 17 Jahren - freiwillig in die Waffen-SS eingetreten und dort zum Wachmann ausgebildet worden sein.

Die Zentrale Stelle wurde 1958 gegründet, um NS-Täter zu ermitteln und mit Hilfe der Staatsanwaltschaften vor Gericht zu bringen. Die Anklagebehörde in Weiden ist für den Fall zuständig, weil der Mann zuletzt in diesem Bezirk gewohnt hatte. Mittlerweile lebt er in den USA. Die Behörde hat noch keinen Kontakt zu dem Mann aufgenommen. Ob ein Auslieferungsersuchen gestellt wird, müssten die Ermittlungen ergeben, betonte der Behördensprecher. Grundlage dafür sei ein Haftbefehl mit dringendem Tatverdacht.

dpa

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