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In diesem Haus wurde der Student getötet.

Eisenberg: Keine Anklage gegen Polizisten wegen Todesschüssen

Regensburg -Knapp sieben Monate nach den tödlichen Polizeischüssen auf den Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg sind die Ermittlungen gegen zwei Beamte eingestellt worden.

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Fall Eisenberg kratzt am Image der Polizei

Polizeischüsse auf Eisenberg nachgestellt

Die beiden Polizisten hätten in einer Notwehrlage auf den 24 Jahre alten Musikstudenten gefeuert, teilte die Regensburger Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die insgesamt 16 Schüsse seien “erforderlich und situationsbezogen geboten“ gewesen.

Die Anklagebehörde verwies darauf, dass Eisenberg zunächst auf den Mitbewohner seiner Wohngemeinschaft und dann auf die Einsatzkräfte mit einem insgesamt 30 Zentimeter langen Küchenmesser losgegangen sei. Die Anwälte der Hinterbliebenen kündigten an, gegen die Einstellung Beschwerde einlegen zu wollen. Sie wollen den Polizeieinsatz, der auch bereits mehrfach Thema im bayerischen Landtag war, auf jeden Fall vor Gericht bringen.

Nachdem der Polizeieinsatz und auch die nachfolgenden Ermittlungen monatelang in der Kritik standen, begründete die Staatsanwaltschaft die Verfahrenseinstellung in einer insgesamt neun Seiten langen Pressemitteilung. Darin wird der Polizeieinsatz vom 30. April minutengenau dargelegt. Demnach ist davon auszugehen, dass Eisenberg akut psychisch erkrankt war. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der 24-Jährige wegen dieser Ausnahmesituation trotz etlicher Treffer in die Beine nicht zu Boden ging. Eisenberg wurde von zwölf Kugeln getroffen, auch ins Herz. Er starb etwa eine Stunde später während einer Notoperation im Krankenhaus.

Nach der Erklärung der Ermittler hatte Eisenberg zunächst seinem Mitbewohner gedroht, diesen umzubringen. Zudem habe der 24-Jährige einen Suizid angekündigt. Der Mitbewohner konnte nach einem Gerangel aus dem Mehrfamilienhaus rennen und von einem nahen Sonnenstudio aus die Polizei alarmieren. Innerhalb von zehn Minuten fuhren fünf Streifenwagen zu dem Haus.

Nachdem die Polizisten an der Wohnung geläutet haben, kam Eisenberg mit dem Messer ins Treppenhaus. Dort soll er immer weiter auf einzelne Beamte drohend zugegangen sein. Der Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock habe keine Wirkung gezeigt, berichtete der Sprecher der Anklagebehörde, Oberstaatsanwalt Wolfhard Meindl. Erst habe es einen Warnschuss gegeben, ehe die zwei Polizisten mehrfach auf den Körper Eisenbergs geschossen hätten. Meindl erklärte, dass sich in dieser Situation “keiner der beiden Beschuldigten strafbar gemacht“ habe.

Die Rechtsanwälte der Angehörigen sehen dies weiterhin anders. Sie sehen keine Notwehrsituation und verlangen Anklagen gegen die Polizisten wegen Totschlags beziehungsweise Körperverletzung. “Ich halte die Einstellung für falsch und die Begründung für nicht stichhaltig“, sagte Rechtsanwalt Andreas Tronicsek. Nun werde zunächst Beschwerde beim Generalstaatsanwalt eingelegt. Tronicsek geht allerdings davon aus, dass dies nichts ändert. Die Einstellung des Verfahrens sei sicherlich mit der vorgesetzten Behörde abgesprochen, meinte er. Aber nach einer Beschwerde könne dann ein Klage-Erzwingungsverfahren beim OLG Nürnberg eingeleitet werden. “Das werden wir auf jeden Fall machen“, betonte der Anwalt.

dpa

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