Bundesweite Verdachtsfälle

Ermittlungen zu Pflegedienstbetrug auch in Bayern

Betrügerische Pflegedienste stehen weiter im Visier der Ermittler – auch in Bayern. Bundesweit sind vor allem russisch-eurasische Anbieter im Verdacht.

München – Betrügerische Pflegedienste stehen weiter im Visier der Ermittler – auch in Bayern. Rund 15 Verfahren seien von November 2016 bis April dieses Jahres allein im Bereich des Oberlandesgerichts München eingeleitet worden, sagte Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, am Dienstag auf Anfrage. Die Pflegekräfte seien nicht hinreichend qualifiziert gewesen, hätten die Patienten nur unzureichend medizinisch versorgt – und dennoch hohe Beträge bei den Kassen abgerechnet.

Eine genaue Gesamtzahl über die Verfahren gebe es noch nicht. Eine neue Statistik für Abrechnungsbetrug sei gerade im Aufbau. Die Staatsanwaltschaft München I ist seit Ende vergangenen Jahres eine von drei Schwerpunktstaatsanwaltschaften für diesen Bereich in Bayern. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor über den Stand bei den Pflegedienstbetrügereien in Bayern berichtet.

Im Visier der Ermittler sind bundesweit seit längerem vor allem russisch-eurasische Anbieter. Medien zufolge sind 230 Anbieter unter Verdacht. Das gehe aus dem Abschlussbericht der Sonderermittlungsgruppe von Bundeskriminalamt (BKA) und Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hervor, berichten die Tageszeitung „Die Welt“ und der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf das Dokument. Die Anbieter sollen Pflegekassen um hohe Summen betrogen haben. Sie sollen nicht erbrachte Leistungen abgerechnet und dabei gemeinsame Sache mit Patienten und Ärzten gemacht haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Die große Trauer um die Traunreuter Opfer
Der in der Traunreuter Kneipe Hex-Hex erschossene Familienvater Erwin H. wurde am Dienstag beerdigt. In einer Kneipe wird es am Freitag ein Benefiz-Dartturnier für seine …
Die große Trauer um die Traunreuter Opfer
Polizei fasst Rauschgiftbande
Die Rauschgiftfahnder hatten Hinweise auf einen 28-jährigen Drogendealer aus der Region Coburg, der am Sonntag Crystal aus Tschechien nach Bayern bringen wollte. Bei …
Polizei fasst Rauschgiftbande
Laster drückt 62-Jährigen gegen Wand - schwer verletzt
Ein 40-Tonner rollte auf einem Betriebshof von alleine los und drückte einen 62-Jährigen gegen eine Wand. Er sah den LKW nicht kommen. 
Laster drückt 62-Jährigen gegen Wand - schwer verletzt
Nach Tschernobyl: So verseucht sind unsere Pilze noch
Auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind einige Pilzarten in Bayerns Wäldern noch immer stark radioaktiv verseucht. Einige Regionen …
Nach Tschernobyl: So verseucht sind unsere Pilze noch

Kommentare