Erneut Vorwürfe gegen Bischof Mixa

Augsburg - Der durch Misshandlungsvorwürfe in die Kritik geratene Augsburger Bischof Walter Mixa wird erneut von einem ehemaligen Heimkind angeschuldigt.

In der “Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) berichtet eine 41-jährige Frau, die anonym bleiben will und von 1975 bis 1985 in einem Heim in Schrobenhausen lebte: “Ich wurde zweimal von Herrn Mixa mit dem Stock geschlagen.“ Mixa hat die Misshandlungsvorwürfe gegen ihn stets energisch bestritten. Unterdessen hat das Bistum Erfurt einen im unterfränkischen Miltenberg eingesetzten Priester wegen sexueller Nötigung angezeigt.

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Der Mann habe die Übergriffe auf vier Minderjährige in den Jahren 1980 bis 1996 zugegeben, teilte das Bistum am Freitag mit. Die Diözesanleitung in Erfurt selbst bekannte, es sei eine “falsche Entscheidung“ gewesen, den Mann trotz der bekannten Nötigungsvorwürfe von Januar 2004 bis August 2006 unter anderem im Jugendgefängnis Ichtershausen einzusetzen. Der Beschuldigte arbeitete zuletzt als Geistlicher in einem Seniorenheim im Bistum Würzburg. Jetzt sei er von allen seelsorgerischen Aufgaben entbunden worden.

Im Fall von Bischof Mixa hatten mehrere ehemalige Bewohner des Kinderheims St. Josef in Schrobenhausen in Bayern in den vergangenen Wochen Anschuldigungen erhoben. Sie behaupten, von Mixa als früherem Stadtpfarrer dort mehrmals heftig geschlagen worden zu sein. In dem jüngsten Fall sagte die 41-Jährige der “Süddeutschen Zeitung“: “Ich musste die Hose runter ziehen, mich über die Badewanne beugen und bekam dann fünf bis sieben Schläge auf das Gesäß... Die ersten zwei Tage danach war es unmöglich, vernünftig zu sitzen vor Schmerzen.“

Helmut Mangold, der Vorsitzende des Diözesanrates in Augsburg, verlangte Aufklärung. “Es muss aufgeklärt werden, welche Rolle der Stadtpfarrer Mixa damals gespielt hat“, sagte Mangold der Nachrichtenagentur dpa. “Aufklärung bedeutet, dass man wirklich beide Seiten intensiv befragen muss.“ Er setze dabei auf den Sonderermittler der Katholischen Waisenhausstiftung in Schrobenhausen.

Rechtsanwalt Sebastian Knott soll im Auftrag der Trägerinstitution prüfen, ob Heimkinder wirklich geschlagen wurden. Am Nachmittag sollte es ein schriftliche Stellungnahme der Katholischen Waisenhausstiftung geben.

Er persönlich vertraue weiter dem Bischof, betonte Mangold. Das bedeute aber nicht, dass er den mutmaßlichen Opfern Lüge unterstelle. “Es muss klargestellt werden, was Wahrheit ist. Die Wahrheit kann ja durchaus sehr vielschichtig sein.“ Unter den Gläubigen seien die Meinungen geteilt. “Es gibt Leute, die sehr hinter dem Bischof stehen und alles für ein Lügengebäude der Opfer halten - und es gibt natürlich auch Leute, die nicht hinter dem Bischof stehen.“

dpa

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