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Zwei Kinder betrachten in der katholischen Dorfkirche St. Peter und Paul in Baierbrunn (Oberbayern) eine Erntedank-Dekoration

Erntedank: Durchwachsene Bilanz der Bauern

München - Bayerns Christen feiern Erntedank - mit Getreide, Obst und Gemüse an den Altären. Für Bayerns Landwirte geht damit eine eher durchwachsene Erntezeit zu Ende.

Am Erntedankfest haben die Christen in Bayern am Sonntag einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung angemahnt. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, rief dazu auf, die “Würde der Erde“ zu achten. Traditionell wurden in vielen Kirchen im Freistaat die Altäre besonders geschmückt - mit Getreideähren, Obst und Gemüse. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Erntebilanz der bayerischen Bauern unterdessen sehr durchwachsen.

“Die Erde ist - mit allem, was zu ihr gehört - von Gott geliebt und angenommen, und deshalb ist auch die Erde mit Würde ausgestattet. Sie ist für uns nicht frei verfügbar nach eigenem Willen, sondern uns von Gott anvertraut“, sagte der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, nach Angaben eines Sprechers.

“Wir wissen, dass wir dieses Gut nicht verschwenden und vernichten dürfen, damit auch die Generationen nach uns leben können. Dennoch handeln wir oft gegen diese Überzeugung“, betonte Marx in einem Hörfunkbeitrag.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hatte schon zuvor in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa an die Menschen appelliert, sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen. Nahrungsmittel dürfe man nicht vernichten und wegwerfen.

Für Bayerns Landwirte endet in diesem Tagen die Erntezeit, oft steht nur noch das Einholen des Maises aus, der zu Tierfutter siliert wird oder in Biogasanlagen zur Stromgewinnung vergärt. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung haben die wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr und im Sommer die Ernte der Bauern beeinträchtigt. So habe es im Freistaat nach den noch vorläufigen Ergebnissen nur eine leicht unterdurchschnittliche Getreideernte von knapp 6,5 Millionen Tonnen gegeben.

Besser sah es für die Kartoffelbauern aus: 2011 haben sie nach ersten Schätzungen - bei einem Rekord-Hektarertrag von mehr als 470 Dezitonnen - insgesamt rund 2,1 Millionen Tonnen geerntet. Das sind umgerechnet etwa 167 Kilogramm je Einwohner in Bayern. Beim Obstanbau in Bayern dürften 32 000 Tonnen Äpfel geerntet werden. Bei Birnen wird eine Ernte von knapp 6000 Tonnen erwartet. Pro Kopf stünden somit aus heimischem Anbau 2,6 Kilo Äpfel und rund 500 Gramm Birnen zur Verfügung.

Die Idee des Erntedankfests - nämlich einer höheren Instanz für Essen und Trinken zu danken - fand sich schon in vorchristlichen Religionen. Das christliche Erntedankfest ist seit dem dritten Jahrhundert belegt. Nach Einschätzung der evangelischen Landeskirche stehen beim Erntedank neben dem klassischen Dank für Speis und Trank neuerdings aber auch zunehmend Themen wie Umweltschutz und Gentechnik im Mittelpunkt.

dpa

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