Ersatzkassen decken falsche Abrechnungen auf

München - Die Ersatzkassen in Bayern haben 2011 Regressansprüche von fast einer halben Million Euro durchgesetzt und so Abrechnungsmanipulation aufgedeckt.

Insgesamt hätten 92 Leistungserbringer 447 790 Euro an 2011 zu Unrecht erhaltenen Zahlungen zurückbezahlt, teilte die Landesvertretung Bayern des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) am Dienstag in München mit. Ein Jahr zuvor habe die Summe der “zu Unrecht erhaltenen Honorare“ noch 370 560 Euro betragen und damit 21 Prozent weniger.

Die Ersatzkassen versichern nach eigenen Angaben etwa ein Drittel der bayerischen Bevölkerung. Bei der Bekämpfung der Abrechnungsmanipulation gehe ein eigens dafür eingerichteter Arbeitsausschuss nach dem Plausibilitätsprinzip. “Wenn etwas auffällig ist, wird auf Fehlabrechnung geprüft“, erläuterte ein Sprecher. Es gehe bei den genannten Fällen nur um Leistungen, die nicht erbracht worden seien und dennoch abgerechnet wurden. In allen Fällen wurde Strafanzeige wegen Betruges erstattet.

Unter den 92 Leistungserbringern, die Geld zurückzahlten und somit die Aufforderung der vdek Bayern akzeptierten, seien zu 48 Prozent Heil- und Hilfsmittel-Erbringer, zu 42 Prozent Zahnärzte, zu 5 Prozent Fach- und Hausärzte, zu 4 Prozent Pflegedienste und zu einem Prozent Apotheker, erläuterte der Sprecher der Nachrichtenagentur dpa.

“Unseren Versicherten gegenüber sind wir verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Beitragsgelder nur für tatsächlich erbrachte medizinische Leistungen verwendet werden“, sagte Ralf Langejürgen, Leiter der vdek-Landesvertretung laut Mitteilung. Fehlabrechnungen und Abrechnungsmanipulation würden geahndet, “denn das fehlerhafte Verhalten Einzelner ginge sonst unweigerlich zulasten der Ehrlichen“. Die überwiegende Mehrheit der Mediziner rechne ihre Leistungen korrekt ab, stellte die Landesvertretung klar.

dpa

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