Bürgerkriegs-Flüchtlinge

Erst 320 Syrer in Bayern angekommen

München - In Bayern sind weit weniger syrische Flüchtlinge angekommen als die Staatsregierung aufnehmen will. 760 der 5000 Flüchtlinge hatte Bayern die Aufnahme zugesagt.

„Tatsächlich in Bayern angekommen sind bislang circa 320 Personen“, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag auf Anfrage.

Flüchtlingsorganisationen und die Opposition im Landtag fordern die Staatsregierung auf, mehr Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Land aufzunehmen. Doch vielen Syrern gelingt offenbar die Ausreise nicht. Mittlerweile will Deutschland in einem zweiten Kontingent weiteren 5000 Syrern Zuflucht gewähren. Davon soll Bayern wieder 760 Menschen aufnehmen. 230 dieser Flüchtlinge wollen der Bund und das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) aussuchen. Die restlichen 530 Plätze können bereits im Land lebende Syrer für ihre Familienmitglieder vorschlagen.

Dabei ist der Andrang wesentlich größer als das Angebot: „Das Programm ist insgesamt - auch für das von Bayern zu übernehmende Kontingent - deutlich überzeichnet“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Bereits zum Stichtag 15. Februar sein von bayerischen Ausländerbehörden allein circa 1 700 Aufnahmevorschläge an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gemeldet worden.

Bei allen diesen Bewerbungen würden Verwandte zumindest teilweise die Kosten des Aufenthalt übernehmen. „Praktisch bedeutsam ist vor allem, dass die Verwandten bei der Unterbringung behilflich sind, weil es einen großen Mangel an Unterkünften gibt“, sagte Herrmann dazu. Die Frist für die Einreichung der Vorschläge endete am Freitag.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Symbolbild

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