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Auch Kaffee und Kuchen konnte man in Bayerns erster Vesperkirche genießen.

Mehr als 10.000 Essen

Erste Vesperkirche Bayerns übertrifft Erwartungen

Schweinfurt - Aus dem ersten Versuch, Menschen in einer bayerischen Kirche bei einem Mittagessen miteinander ins Gespräch kommen zu lassen, ist ein Riesenerfolg geworden. Auch der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm ist begeistert und sieht große Strahlkraft in dem Schweinfurter Projekt.

Mehr als 10 000 Essensgäste in nur 22 Tagen - die erste bayerische Vesperkirche in Schweinfurt ist ein Vorzeigemodell geworden. Am letzten Tag kamen erneut mehr als 500 Menschen und wollten für 1,50 Euro ein warmes Mittagessen, Kaffee, Kuchen und die Gesellschaft von fremden Menschen genießen.

„Wir haben mit viel weniger Leuten gerechnet. Wir sind sehr zufrieden. All die Ehrenamtlichen haben das alles ganz hervorragend gemeistert“, sagte Norbert Holzheid, der Diakon der Schweinfurter St.-Johannis-Kirche, am Sonntag. Die Kirche habe es geschafft, Menschen unterschiedlichen Milieus miteinander ins Gespräch zu bringen. Ursprünglich ging er davon aus, dass maximal 5000 bis 6000 Menschen in den drei Wochen in die Kirche zum Essen und Reden kommen.

Etwa 200 Ehrenamtliche hatten das Pionierprojekt des Diakonischen Werkes und der evangelischen Kirche Bayerns zu einem großen Erfolg werden lassen. Auf die Teller kam übrigens nicht einfach nur Kartoffelsuppe mit Würstchen. Im Gegenteil: Kasseler Braten mit Buttererbsen und Kartoffelpüree, überbackener Blumenkohl mit Petersilienkartoffeln, Spießbraten mit Klößen und vieles mehr standen auf den täglichen Speiseplänen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, war nach einem Besuch in Schweinfurt voll des Lobes. „Das war eine ganz wunderbare Erfahrung. Und ich glaube, dass dieses Format, wo Menschen zum Essen zusammenkommen, auch einen hohen Symbolgehalt hat“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Und wenn diese Gemeinschaft mit einem geistlichen Wort verbunden werde, zeige das eine weitere Dimension von Kirche. Er ist davon überzeugt, dass das Projekt viele Nachahmer im Freistaat finden wird: „Ich denke, der große Erfolg dieser Vesperkirche, der wird schon seine Spuren hinterlassen.“

Die Kosten der Vesperkirche liegen bei mindestens 90 000 Euro, die Hälfte davon übernehmen die Projektpartner, der Rest muss über Spenden bezahlt werden. Noch ist nicht genug Geld in den Spendentopf geflossen, sagt Diakon Holzheid. „Mit jedem Essen ist auch unser Defizit gestiegen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir noch genügend Sponsoren für dieses tolle Projekt finden werden.“

dpa

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