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Der Abdruck eines Wolfes, der bei Brannenburg entdeckt wurde. Es ist das erste Bild einer Wolfsspur, das veröffentlicht wurde.

Die erste Wolfsspur - und es werden mehr

München - Seit Dezember 2009 ist ein Wolf im Gebiet von Wendelstein und Rotwand unterwegs. Er stellt Rotwild nach und reißt Schafe – die Almbauern sind alarmiert. Klar ist: Es werden noch mehr Tiere kommen.

Ist der Wolf eine Gefahr? Oder wie kann man sein Überleben im dicht besiedelten Alpenraum langfristig sichern? Dazu ein Gespräch mit Professor Albert Göttle, 63, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.

Wie hoch ist denn der Schaden durch den Wolf für die Almbauern bisher?

Bei sieben Ereignissen wurden bisher etwa 2500 Euro Schadenersatz geleistet, und zwar für 19 gerissene oder verletzte Schafe im Wendelstein- und Rotwandgebiet. Zudem hat der Wolf nachweislich 10 Wildtiere – das heißt Rotwild beziehungsweise ein Reh – gerissen.

Gab es auch gerissene Rinder?

Nein. Wir müssen sehr aufpassen, dem Wolf nicht alles und jedes unterzuschieben: Bei einem Fall im Loisachgebiet hat sich sogar herausgestellt, dass nicht wie zunächst angenommen der Wolf, sondern mindestens zwei Füchse mehrere Lämmer gerissen haben. Der Fuchs ist nicht zu unterschätzen als Beutegreifer, ebenso wenig wie wildernde Hunde. Manchmal erbeutet der Wolf auch Hasen oder Murmeltiere und muss damit auskommen.

Bleibt der Wolf auf Dauer hier?

Die Wahrscheinlichkeit, dass das so ist, ist jetzt höher als noch vor einem halben Jahr. Er hat sich offenbar mit den nicht einfachen wildbiologischen Verhältnissen hier arrangiert.

Ist mit weiteren Zuzügen zu rechnen?

Bayern ist Wolf-Erwartungsland, so heißt es klipp und klar im Managementplan für große Beutegreifer.

Haben Sie Verständnis für Landwirte, die den Abschuss fordern?

Der Abschuss wäre illegal. Es wäre ein Fall für das Strafrecht. Ein Jäger würde natürlich seinen Jagdschein verlieren. Solche Rufe sind von den betroffenen Landwirten aber bisher nicht geäußert worden. Sie haben sich vielmehr meist angemessen verhalten. Ich habe auch Verständnis, wenn sie sagen, der Verlust eines Schafes, das vielleicht für die Zucht sehr wertvoll war, ist mit der Zahlung von einigen hundert Euro nicht aufzuwiegen.

Das ganze Interview von Dirk Walter und Georg Anastasiadis lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Münchner Merkur.

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