Erster ausländischer Berufsabschluss anerkannt

Nürnberg - Zu Hause Fachkraft, in Deutschland Hilfsarbeiter. Ausländische Berufsabschlüsse werden oft nicht anerkannt. Die zentrale Prüfstelle der Industrie- und Handelskammern schafft Abhilfe.

Die zentrale Prüfstelle für Berufsabschlüsse aus dem Ausland (IHK-Fosa) hat ihren ersten Anerkennungsbescheid vergeben. Ein Zerspanungsmechaniker erhielt am Montag in Nürnberg ein Zertifikat, das seinen in Polen erworbenen Berufsabschluss der entsprechenden deutschen Qualifikation gleichsetzt.

"Wir wollen, dass der taxifahrende Ingenieur und die taxifahrende Ärztin aus dem Ausland der Vergangenheit angehören", sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP).

Die in Nürnberg ansässige Einrichtung Fosa ("Foreign Skills Approval") überprüft seit April für nahezu alle deutschen Industrie- und Handelskammern, ob ausländische Berufsabschlüsse mit ihren deutschen Äquivalenten gleichgesetzt werden können. Seitdem seien bei der Prüfstelle rund 250 Anträge eingegangen, berichtete IHK-Fosa-Geschäftsführer Ulrich Pahlmann. Die meisten kämen aus Polen, der Türkei und aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Es seien jedoch auch einige Exoten dabei, etwa aus Kuba oder Mauritius.

Bei der Bearbeitung der Anträge würden nicht nur die Berufsbildungsabschlüsse untersucht, sondern auch mögliche Berufserfahrung oder Weiterbildungen, erklärte Pahlmann. Die neue Prüfstelle der Industrie- und Handelskammern eröffne nicht nur Migranten Chancen, sagte Wirtschaftsminister Zeil. “Die IHK-Fosa trägt dazu bei, dass die Nachfrage nach Fachkräften zu keinem Engpassfaktor für unsere Wirtschaft wird.“ Mit Hilfe der Anerkennungsbescheide könnten auch Arbeitgeber ausländische Berufsabschlüsse in Zukunft besser einschätzen.

dpa

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