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Folgenschweres Unglück: Beim Auffahrunfall eines Personenzugs mit einem Güterzug kamen zwei Menschen ums Leben.

So half ein Anwohner

„Es war gespenstisch ruhig“: Ersthelfer nach dem Zugunglück in Aichach erzählt

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Beim Zugunglück in Aichach kommen zwei Menschen ums Leben. Anwohner Oliver Furlic reagiert ohne zu zögern und hilft den Verletzten in den Waggons.

Update vom 12. Oktober 2018: Es gab schon wieder einen Zugunfall. Ein Wagon eines ICE hat, zwischen Köln und Frankfurt, Feuer gefangen. 500 Insassen mussten evakuiert werden, anscheinend gab es keine Verletzten.

Aichach - Oliver Furlic aus Aichach schaute am Dienstagabend gegen 21.15 Uhr fern. Dann passierte es: „Ich hab ein Zugsignal gehört, Sekunden später einen Knall.“ Ein mit 30 Passagieren besetzter Zug der Bayerischen Regiobahn aus Augsburg mit der Nummer BRB 8 66 96 war auf Gleis 2, dem Hauptgleis des Aichacher Bahnhofs, auf die Lok eines dort abgestellten Güterzugs gekracht. Der 37 Jahre alte Führer des Personenzuges, Pavel B., und eine 73 Jahre alte Passagierin kamen ums Leben. 14 Menschen wurden verletzt. Hier geht es zum News-Ticker mit den aktuellen Entwicklungen am Mittwoch.

Das alles weiß Furlic noch nicht, als er zu dem Zug läuft. „Dort habe ich versucht, den ersten Waggon aufzumachen. Das hat nicht funktioniert, erst der nächste ging auf. Ich bin dann reingesprungen.“ Drinnen war es gespenstisch ruhig. „Die hatten wohl alle einen Schock.“ Passagiere fragten ihn, was denn los sei. „Ihr seid mit einem Güterzug zusammengestoßen“, antwortete Furlic. Dann kamen schon andere Nachbarn mit Decken und Wasser. Furlic fiel ein blutender Mann auf und einer, der an der Tür zum Lokführerstand lag. Alle halfen zusammen, um dem Verletzten nach draußen zu helfen.

Fahrdienstleister unter Verdacht

Wie kann es sein, dass sich zwei Züge auf dem selben Gleis befinden? Es gibt einen Verdacht gegen den Fahrdienstleiter der Bahn. Nach dem Unfall wurde er von der Polizei festgenommen. Ein Richter erließ später Haftbefehl gegen den 24-Jährigen wegen des dringenden Verdachts der fahrlässigen Tötung, der aber unter Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. „Ein technischer Defekt kann nach ersten Ermittlungen ausgeschlossen werden, so Polizeisprecher Markus Trieb.

Der Vorfall erinnert an das Zugunglück von Bad Aibling. Und an einen glimpflich ausgegangenen Vorfall in Utting im Februar. Dort hätte es am Bahnhof beinahe eine fürchterliche Kollision gegeben, als zwei Züge auf dem gleichen Gleis eingefahren waren. Ein Triebfahrzeugführer konnte gerade noch bremsen. Wie in Aichach gibt es in Utting ein mechanisches Stellwerksystem. Bei dieser Bauart werden Signale und Weichen über Hebel und Drahtzüge per Hand gestellt. 752 solcher Stellwerke sind in Deutschland noch in Betrieb, bei insgesamt 2776 Stellwerken.

Forderungen nach Modernisierung werden laut

Bernd Rosenbusch, Chef der Bayerischen Oberlandbahn und Betreiber der Regiobahn, fordert die DB Netz deswegen zur Modernisierung der Strecke Augsburg–Ingolstadt auf. „Da muss nachgerüstet werden.“ Er stellte den Bezug zu Utting her und sagte: „Die Bahn hätte gewarnt sein müssen.“

In die Kritik mischt sich aber auch Trauer: Der getötete Fahrzeugführer Pavel B. hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

mc/dw

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