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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick

Erzbischof für längere Verjährungsfrist bei Missbrauch

Bamberg - Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich dem Ruf aus der Politik nach einer längeren Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch angeschlossen.

“Das wichtigste sind die Opfer, ihnen muss die Justiz Gerechtigkeit zukommen lassen“, sagte Schick einer Mitteilung vom Dienstag zufolge. Bisher endet die Verjährungsfrist bei sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen 10 Jahre nach der Volljährigkeit.

Schick plädierte dafür, die Frist auf 30 Jahre auszudehnen, um den Behörden auch wirklich zu ermöglichen, die Straftaten aufzuklären. “Dieses Recht und diese Pflicht sollte nicht infrage gestellt werden“, sagte Schick. Er mahnte - wie von der Politik gefordert - eine enge Zusammenarbeit der Kirche und anderer betroffener Institutionen mit der Staatsanwaltschaft an. Bei jedem begründeten Verdachtsfall müssten sofort die Ermittlungsbehörden eingeschaltet werden.

In Bayern hatten sich zuvor schon Ministerpräsident Horst Seehofer und Justizministerin Beate Merk (beide CSU) für eine Verschärfung der Strafgesetze ausgesprochen. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, begrüßte eine Debatte über die Verjährungsfrist bereits kurz nachdem die ersten Missbrauchsfälle bekanntgeworden waren.

dpa

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