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Die Frauenkirche samt Türmen und Mariensäule ist das Zentrum der Erzdiözese München und Freising – und ähnlich solide wie der Haushalt des Bistums. Die Diözese steckt laut Generalvikar Beer in großen Veränderungsprozessen.

Haushalt der Erzdiözese München und Freising

20.000 Kirchenaustritte: Erzbistum verliert 10 Millionen Euro

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München - Blickt man nur auf die Höhe der Kirchensteuer, dann gäbe es Grund zur Freude im Erzbistum München und Freising. Doch es gibt andere Zahlen, die bedrücken – wie die vielen Kirchenaustritte.

Generalvikar Peter Beer macht gleich zu Beginn der Präsentation des Haushaltes der Erzdiözese München und Freising für das Jahr 2015 klar: „Der Erfolg der Erzdiözese bemisst sich nicht an der Kirchensteuer, sondern daran, ob wir den Menschen Heimat geben können.“ Inwieweit es der katholischen Kirche nämlich gelänge, Menschen in Not beizustehen und zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beizutragen.

Und da kommt die traurige Seite der Statistik ins Spiel. Die Trauer um 20.552 Frauen und Männer, die im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten sind. Rein rechnerisch gehen dem Erzbistum mit der Abkehr dieser Kirchenmitglieder „grob geschätzt 10 Millionen Euro verloren“, hatte Finanzdirektor Markus Reif zuvor erklärt und angefügt, dass dies aber durch die gute Arbeitsmarktlage und den Zuzug von Katholiken ins Erzbistum nahezu ausgeglichen worden sei. Die Katholikenzahl ist damit nur geringfügig um 0,7 Prozent auf rund 1,739 Millionen Katholiken zurückgegangen.

„Dieser Verlust ist nicht kompensierbar“, machte sogleich der Generalvikar klar. „Der Verlust dieser Menschen ist unschätzbar. Das muss uns sehr zum Nachdenken bringen“, fügte er hinzu.

Zurück zum Haushalts-Zahlenwerk: Auch für das kommende Jahr darf sich Finanzdirektor Reif wohl auf steigende Einnahmen freuen. Kalkuliert wird mit einem Zuwachs von zehn Prozent bei der Kirchensteuer. Angesichts dieser Aussichten steigt auch das Haushaltvolumen um 5,2 Prozent auf jene 735 Millionen Euro, die zu 74,2 Prozent aus Kirchensteuereinnahmen gespeist werden. Zusätzliche Mittel konnten auch durch das Clearing-Verfahren erzielt werden – für Kirchensteuerzahler mit Wohnsitz außerhalb der Erzdiözese. Hier bekam das Erzbistum 28,9 Millionen Euro Mehreinnahmen.

Laut Generalvikar Beer steckt das Erzbistum in „großen Umbruchs- und Veränderungsprozessen“, die zukunftsgerichtet angegangen werden müssten. Dabei setzt er auf einen positiven Gestaltungswillen, den er auch bei den Gläubigen erkenne. „Veränderungen sind nicht dazu da, sie zu erdulden, sondern sie zu gestalten“, sagte er. Die Kirche stehe nicht für sich selbst, sondern habe einen Sendungsauftrag: Die Welt ein Stück weit besser zu machen. Drei Schwerpunkte für die Arbeit sieht er: Bestehendes wie den Freisinger Domberg und die Schulen weiterzuentwickeln, auf drängende Fragen der Flüchtlingsproblematik zu reagieren und die Zukunftsfähigkeit der Erzdiözese zu sichern.

Claudia Möllers

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