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Finger weg vom Fett: Wer in der Kantine isst, sollte genau auf das Essen schauen.

Mittagessen in der Kantine: Die zehn Sünden

München - Fette Schweinshax’n, labbrige Würstl, Kartoffelsalat aus dem Industrie-Eimer: Das Essen in Kantinen steht nicht unbedingt für kulinarische Gaumenfreuden.

Das beweist jetzt auch eine große Studie der Deutschen-Angestellten-Krankenkasse: Nur 18 Prozent der Kantinenesser sind mit dem täglichen Angebot zufrieden. Doch damit nicht genug: Satten 37 Prozent ist das Essen zu fett, jeder Dritte kritisiert die Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker. Immer wieder fiel das Wort „ungesund“. Falsche Ernährung durch die Kantine – die meisten kommen der Situation nicht aus, da es keine Ess-Alternativen gibt. Was also muss ich wissen? Welche Fehler darf ich keinesfalls begehen? Wir verraten mit Hilfe von Ernährungsforscher Professor Hans Hauner (Klinikum Rechts der Isar) und von der Expertin Heidrun Schubert (Verbraucherzentrale), welche Todsünden sie unbedingt vermeiden sollten:

Vermeiden Sie unbedingt das typische Drei-Gänge-Essen.Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch. „So viele Kalorien braucht heute kein Mensch mehr – wir schuften ja nicht mehr körperlich“, erklärt Professor Hans Hauner. Im Schnitt braucht eine Frau 2000, ein Mann 2300 Kalorien pro Tag. „Doch viele liegen meist 500 Kalorien drüber.“ Lieber am Tag mehrmals kleine Mahlzeiten zu sich nehmen!

Finger weg vom Fett.Sie essen gerne eine Bratwurst mit Pommes? Das sind rund 55 Gramm Fett. „Also fast drei Hotelpackungen Butter“, erklärt Heidrun Schubert. Die Leberkässemmel hat gut 35 Gramm. Wer so etwas täglich isst, erhöht sein Krebsrisiko immens. Die Deutsche Krebshilfe hat vor kurzem analysiert, dass falsche Ernährung und Übergewicht für rund ein Drittel aller Krebserkrankungen im Land verantwortlich sind.

Kein paniertes Gemüse essen!„Es wird durch die Zubereitung ungesund“, so Prof. Hauner. Der Nutzen des Gemüses steht in keiner Relation mehr zum Fettgehalt.

Striktes Süßigkeitenverbot!Die sind keine Nervennahrung, sondern sorgen für Blutzuckerschwankungen. Übrigens: Ein Marsriegel enthält zwölf Zuckerwürfel, 200-Gramm-Gummibären gar 52 Würfelzucker, der Jogurt mit der Ecke zehn Stück. Diabetes-Gefahr!

Weniger Soße auf dem Teller.„Besonders in Kantinen sind die Soßen oft noch zuckriger, salziger und fetter als sonst“, warnt Prof. Hauner. Sie verkleben die Adern regelrecht.

Nicht Sattessen bis zum Völlegefühl.Nur essen bis der Hunger weg ist. Das enlastet Magen und Darm.

Schluss mit der Faulheit.Bevor es zurück zum Arbeitsplatz geht, noch ein paar Minuten nach draußen gehen und sich dort bewegen.

Keine Softdrinks!Sie enthalten nicht nur Zucker, sondern oft auch künstliche Stoffe, die Allergien auslösen können.

Eintönigkeit vermeiden.Nicht aus Gewohnheit immer dasselbe auf den Teller packen. Salat und Obst auch mal von Zuhause mitbringen.

Nicht blenden lassen!Manche Gerichte können generell in der Kantine nicht gut sein, da die Möglichkeiten fehlen. „Das panierte Schnitzel wird natürlich immer labbrig, weil es zu lange liegt“, erklärt Sternekoch Alexander Herrmann. „Aus demselben Grund wird das Risotto auch klebrig, der gebratene Fisch zu trocken.“ Der Starkoch empfielt daher, eher bei Aufläufen oder Fischgerichten im Sud zuzugreifen. „Das ist gesund und schmeckt – auch wenn’s eine Weile rumliegt.“ Und wenn das der Kantinenkoch nicht anbietet? Dann einfach darum bitten, dass auch endlich solche Gerichte auf die Karte gesetzt werden. Es geht immerhin um die Gesundheit!

Armin Geier

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