Eurokrise stimmt Bayern sorgenvoll

München – Das Vertrauen der Deutschen in ihr Land schwindet, und besonders skeptisch sind die Bayern. Nach der „Zuversichtsstudie“ der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim sehen im ersten Quartal 2012 nur noch 31 Prozent der Bundesbürger die Zukunft der Nation „mit Zuversicht“ oder „mit großer Zuversicht“.

Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 5 Prozent. In Bayern waren sogar nur noch 28 Prozent zuversichtlich (minus 12). Damit ist der Freistaat im Vergleich der Regionen vom zweiten auf den sechsten Platz gerutscht. Nur die Niedersachsen (25 Prozent) sind noch pessimistischer.

Das meiste Zutrauen haben die Bayern noch in die ökonomische Entwicklung (39 Prozent), allerdings sind das 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch bei der Sicherheit der Arbeitsplätze (36 Prozent) gibt es ein Minus von 8 Prozent.

„Der ungewisse Ausgang der Finanzkrise, das wochenlange Tauziehen um das Amt des Bundespräsidenten und die Insolvenz von Schlecker haben auch im Freistaat die Schlagzeilen im Frühjahr 2012 dominiert und die Zuversicht für die Entwicklung Deutschlands bröckeln lassen“, interpretiert Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim die Zahlen. Dazu komme noch die zukünftige Rolle Bayerns beim Länderfinanzausgleich.

Doch je mehr man sich um Deutschland sorgt, umso stärker wächst offensichtlich die Zuversicht für das Privatleben. Auch hier sind die Bayern wieder ganz vorn: 66 Prozent schauen optimistisch in die eigene Zukunft, deutschlandweit sind es nur 62 Prozent. Ganz oben steht mit 83 Prozent das eigene Zuhause (plus 9), gefolgt von Familie (74 Prozent, plus 9) und der persönlichen finanziellen Lage (67 Prozent, plus 5). Auch diese bayerischen Werte liegen über dem Bundesdurchschnitt.

Offenbar sind die Bayern sowohl kritischer als auch krisenfester. Oder wie Wissenschaftler Brettschneider formuliert: „Ein Charakterzug der bayerischen Lebensart ist es, sich in Krisenzeiten auf traditionelle Werte wie Sicherheit und Beständigkeit in den eigenen vier Wänden zu besinnen.“

mm

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