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Eurowings will in München landen.

89 Flüge pro Woche

Eurowings kommt nach München - Der nächste Billigflieger

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München - Der Flughafen öffnet sich für sogenannte Low-Cost-Carrier: Ab Ende März fliegt Eurowings von München aus 32 europäische Ziele an. Der Lufthansa-Tochter wird die Ansiedlung am Flughafen München mit Rabatten versüßt.

Flughafen-Chef Michael Kerkloh spricht von einem „verfrühten Weihnachtsgeschenk“. Gemeint ist die Ansiedlung einer Fluglinie, auf die der Lufthansa-Konzern große Hoffnungen setzt. Eurowings übernimmt von der Air Berlin 33 Flugzeuge. Mit vier davon, allesamt Airbus A 320, will die Fluglinie ab München zu insgesamt 32 europäischen Zielen starten. Der erste Flug ist am 31. März geplant, es soll 89 Flüge wöchentlich geben.

Zum Einstieg gibt es Schnäppchen-Angebote – die günstigsten Flüge (allerdings nur mit Handgepäck-Mitnahme) sind für 29,99 Euro zu haben und schon ab heute buchbar. Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt hofft auf die sogenannten „Warmwasserziele“, die zum Teil jedenfalls bisher Air Berlin ab München anbietet: Kreta, Sardinien, Ibiza oder Neapel beispielsweise. Daneben stehen europäische Städte wie Amsterdam, Paris oder London-Stansted auf dem Flugplan. Dass Air Berlin im Gegenzug manche Ziele aufgibt, liegt nahe, ist jedoch offiziell noch offen. Die angeschlagene Fluglinie hatte jedoch in der Vergangenheit angekündigt, sich auf lukrative innerdeutsche Strecken konzentrieren zu wollen.

Will hoch hinaus: Eurowings-Chef Karl Ulrich Garnadt (li.), neben ihm Flughafen-Chef Michael Kerkloh.

Für den Flughafen ist die Ansiedlung von Eurowings eine „sinnvolle und gute Ergänzung“, wie Flughafen-Chef Michael Kerkloh sagte. Der Low-Cost-Anteil in München sei ausbaubar, er liegt bei nur fünf Prozent und steigt mit Eurowings auf dann sieben Prozent. Zum Vergleich nennt Kerkloh den Flughafen Amsterdam, der 18 Prozent Low-Cost-Passagiere befördert. Um einen derartigen Anteil zu erzielen, müsste der Flughafen-Chef aber nach Easyjet, Transavia und Eurowings auch den Branchenprimus in diesem Geschäftsfeld, die irische Ryanair, nach München lotsen. Verhandlungen mit den Iren gebe es derzeit aber nicht.

Während der Flughafen in der Vergangenheit auf den Ausbau des Drehkreuzes mit vielen Zubringerflügen setzte, ist nun ein Strategiewechsel bemerkbar: Gefragt sind neuerdings Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Und hier sei das Billig-Segment mit Abstand der Wachstumsbringer, wie Eurowings-Chef Garnadt sagte. „Weit über 50 Prozent der Kunden entscheidet allein über den Preis.“

Eurowings wird 5500 Flüge im nächsten Jahr über München abwickeln. Damit werde der Flughafen die Prognose einhalten und im Jahr 2017 vier Prozent Wachstum bei den Flugbewegungen erzielen können. „Wir werden weit über die 400 000-Grenze kommen“, sagte Kerkloh. Dies sei auch ein „Signal an der Politik“, die dritte Startbahn „als strategische Kapazität“ zu bauen. Die Slots, also feste An- und Abflugzeiten, hätten Eurowings „gerade noch einmal so“ gegeben werden können. Dies hatte der Flughafen-Manager aber auch schon Ende 2015 gesagt, als er den Start der niederländischen Fluglinie Transavia verkündete.

Einen Kommentar zum Thema von Merkur-Redakteur Dirk Walter lesen Sie hier

Überhaupt ähnelt die Ansiedlung von Eurowings in vielem der von Transavia vor einem Jahr. Auch Transavia hatte zum Start Billigflüge für nur 19 Euro angeboten. Auf Nachfrage räumte Kerkloh ein, dass Eurowings vergünstigte Konditionen erhält – ähnlich wie sie auch Transavia gewährt worden seien. Dies sei „eine Marketing-Unterstützung, die zeitlich begrenzt ist“. Konkreter wollte Kerkloh nicht werden. Der Freisinger Grünen-Abgeordnete Christian Magerl verlangte gestern, „die Höhe der Subventionen für Eurowings öffentlich zu machen“. München verkomme zur „Start- und Landepiste für Billigheimer“.

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