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Steht das Tanzverbot vor einer Lockerung? Künftig könnte in den Nächten vor stillen Tagen bis 2 Uhr gefeiert werden.

Kirchen versöhnlich: Tanzverbot vor Lockerung

München – In der Debatte um eine Lockerung des Tanzverbots schlagen die katholische und evangelische Kirche versöhnliche Töne an. Künftig könnte länger gefeiert werden.

 „Wenn der stille Tag in seiner Bedeutung erhalten bleibt, dann werden der Kirche keine Argumente bleiben, warum er schon um 0 Uhr beginnen muss“, sagte der Leiter des Katholischen Büros Bayern, Lorenz Wolf. Bei einer Lockerung, wonach bis 2 Uhr getanzt werden darf, werde es keinen Proteststurm der katholischen Kirche geben.

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hatte zuvor auf dem sozialen Netzwerk Facebook ähnliche Töne angeschlagen. Der Landeskirchenrat habe inzwischen seine Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf über den Beginn der stillen Tage abgegeben. Die Argumente seien intensiv abgewogen worden. „Im Ergebnis stellen wir uns dem Beginn um 2 Uhr nicht entgegen, wenn das dem Schutz der stillen Tage selbst dient“, schrieb er.

Angesichts einer zunehmenden Ökonomisierung des Alltags brauche das Gemeinwesen dringend verlässliche gemeinsame Zeiten der Regeneration und Besinnung. Der Landeskirchenrat könne daher die vorgesehene Verschiebung „nur als dauerhaftes, sachlich gut begründetes Abwägungsergebnis akzeptieren“. „Mit der Verschiebung auf 2 Uhr sieht er also eine absolute Grenze markiert und erreicht.“

Der entsprechende Gesetzentwurf war den beiden Kirchen zugeleitet worden. Darin steht als Frist 2 Uhr. Nach weiteren Gesprächen mit den Kirchen gehe der Gesetzentwurf - möglicherweise geändert - ins Kabinett und anschließend in den Landtag ein, sagte ein Ministeriumssprecher. „Es ist wenig sinnvoll, die Kirchen anzuhören, ohne deren Meinung wahrzunehmen.“ Die Lockerung soll für die Nächte vor Aschermittwoch, Gründonnerstag, Allerheiligen, Volkstrauertag, Totensonntag sowie den Buß-und Bettag gelten. Die FDP hatte sich für eine Lockerung mit Tanzerlaubnis bis 3 Uhr stark gemacht.

dpa

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