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Viele prominente Gäste

Evangelischer Kirchentag will Jugend Impulse fürs ganze Leben geben

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140.000 Dauerteilnehmer feiern von diesem Mittwoch an in Berlin, Potsdam und Wittenberg den 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag. Auch viele Bayern fahren zu diesem Treffen. 500 Jahre nach Luthers Reformation soll der Protestantismus neuen Schwung erfahren.

München/Berlin– Es ist ein Evangelischer Kirchentag der Superlative, der an diesem Mittwochabend in Berlin und Wittenberg beginnt. 140.000 Dauerteilnehmer, zusätzlich mehrere zehntausend Tagesbesucher, 2500 Veranstaltungen, am Samstagabend die „Nacht der Lichter“ auf den Elbwiesen bei Wittenberg mit Brüdern aus Taizé und Übernachtung unter freiem Himmel – und am Sonntag der Abschlussgottesdienst mit 200.000 erwarteten Menschen vor der historischen Kulisse von Wittenberg. Da, wo vor 500 Jahren Martin Luther mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen die Reformation ausgelöst hat.

Ein Kirchentag der Superlative ist das Treffen aber auch gerade wegen seiner Gäste: Allein 80.000 Zuschauer und Zuhörer werden am Himmelfahrtstag (lesen Sie hier, was Christi Himmelfahrt bedeutet) an der Tribüne am Brandenburger Tor erwartet – wenn der frühere US-Präsident Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über „Engagiert Demokratie gestalten“ diskutiert. Mit dabei: Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Der EKD-Ratsvorsitzende wird zusammen mit der Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au das Gespräch moderieren. Ein Termin, der bereits im Vorfeld des Kirchentags für Schlagzeilen gesorgt hat. Zum einen wegen der spektakulären Personalie – die Veranstaltung wird natürlich auch live im Fernsehen übertragen. Zum anderen, weil der Obama-Auftritt als Wahlkampfhilfe für die Kanzlerin kritisiert wurde.

Bedford-Strohm.

Der in Wittenberg lebende evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer zeigt indes kein Verständnis für Menschen, die schon vor Beginn des Kirchentags nörgeln. „Ich bin wütend über Leute, die jetzt schon am Kirchentag rummäkeln, statt neugierig zu werden. Und auch ein wenig stolz“, sagte er der „Zeit“-Beilage „Christ&Welt“.

Neben Obama treten viele weitere Politiker und Prominente in Berlin auf: Groß-Spenderin Melinda Gates, die Frau von Microsoft-Chef Bill Gates, spricht über die Bekämpfung von Armut. Bundespräsident Fran-Walter Steinmeier äußert sich über Vernunft und verantwortliches Handeln, SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz diskutiert mit über das Thema „Glaubwürdigkeit in der pluralen Gesellschaft“. Und es gibt natürlich auch neben den vielen politischen und gesellschaftlichen Themen zahllose religiöse und spirituelle Veranstaltungen. So legen der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, am Freitagmorgen gemeinsam eine Bibelstelle aus. Dialogbibelarbeit nennt sich das. Im Dialog sind die in München residierenden Kirchenmänner schließlich gut erprobt.

Der Reformations-Kirchentag soll besonders die Jugend erreichen

Bedford-Strohm hofft, dass gerade mit dem Festwochenende in Wittenberg eine „Generation 2017“ heranwachsen kann: „Jugendliche, die ihr ganzes Leben lang an dieses Jahr zurückdenken, sich erinnern und sagen: Wir sind damals dabei gewesen. Und wir haben damals Impulse für unser ganzes Leben erhalten.“

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