Ex-Frau ausspioniert

Stalker muss ins Gefängnis

Nürnberg - Er stellte seiner Ex-Frau nach und war krankhaft eifersüchtig: Wegen Stalkings muss ein Mann zweieinhalb Jahre in die Psychiatrie. Der Vorsitzende Richter spricht von einer „menschlichen Tragödie“.

Er überwachte seine Ex-Frau mit einem Peilsender, engagierte Privatdetektive und schlug sie auch noch: Nun hat das Landgericht Nürnberg-Fürth einen gewalttätigen Mann wegen Stalkings zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Das Gericht entschied am Montag, den 44-Jährigen aus Nürnberg statt im Gefängnis in einer Psychiatrie unterzubringen.

„Das ist eine menschliche Tragödie, wenn eine Ehe auf diese Weise auseinandergeht“, sagte der Vorsitzende Richter, Bernhard Germaschewski. In seiner Begründung stützte er sich auf den Bericht eines Gutachters, der den Mann wegen seiner labilen Persönlichkeit als vermindert schuldfähig eingeschätzt hatte.

"Ich habe nicht loslassen können."

Der Stalker hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn am Freitag weitgehend zugegeben. „Ich habe nicht loslassen können. Ich war besessen von der Sache“, sagte der Mann, der laut Anklage eifersüchtig auf einen angeblichen Nebenbuhler war. Am Auto seiner Ex-Frau hatte er einen Peilsender angebracht. Und er beauftragte eine Privatdetektei, um seine Ex-Frau observieren zu lassen.

Vor der Trennung soll er seine Frau mehrfach geschlagen, gewürgt und eingesperrt haben. Aus Angst vor ihrem Mann war sie sogar einmal aus dem vierten Stock auf ein Vordach gesprungen, um sich aus der Wohnung zu retten.

Verbot hielt Angeklagten nicht von Beobachtungen ab

Im März 2011 hatte ein Familiengericht dem Mann verboten, die Frau anzurufen und sich in der Nähe ihrer Wohnung aufzuhalten. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, seiner Ex-Frau und den beiden gemeinsamen Kindern nachzustellen. Im Dezember 2011 verurteilte ihn das Amtsgericht schließlich zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft ging nach dem milden Urteil jedoch in Berufung. Dann fanden Ermittler eine Schreckschusspistole und andere Waffen in seinem Auto und der Prozess wurde in höherer Instanz neu aufgerollt.

Das Landgericht blieb mit seinem Urteil unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die für eine Haftstrafe von knapp vier Jahren plädiert hatte. Die Verteidigung hingegen hatte eine Bewährungsstrafe für ihren Mandanten gefordert.

dpa

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