Ex-Frau erstochen: Lebenslange Haft für 39-Jährigen

Nürnberg - Er hat seine Ex-Frau kaltblütig niedergestochen und ihre Leiche geschändet. Dafür muss ein 39-Jähriger nun lebenslang hinter Gitter.

Er stach seine Ex-Frau kaltblütig nieder, anschließend schändete er die Leiche: Dafür muss ein 39 Jahre alter Nürnberger nun lebenslang hinter Gitter. Weil der Angeklagte damit eine besonders schwere Schuld auf sich geladen habe, hat das Landgericht Nürnberg-Fürth die sonst übliche Freilassung des Verurteilten nach 15 Jahren ausgeschlossen. Eine Überprüfung der Haftdauer sei frühestens nach 17 Jahren möglich, betonte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer bei der Urteilsverkündung am Donnerstag. Das Gericht folgte in vollem Umfang der Strafforderung der Staatsanwaltschaft.

Angeklagte zeigte Reue

Der Vorsitzende Richter sprach in seiner Urteilsbegründung von einer “besonders verwerflichen und grausamen Tat“ des angeklagten Lagerverwalters. Möglicherweise habe er die Tat schon länger geplant. Darauf weise die Aussage von Bekannten der Ex-Ehefrau hin, sie habe sich schon seit Monaten von ihrem früheren Ehemann bedroht gefühlt. Bereits die Ehe sei offenbar eine Hölle für die Frau gewesen, sagte der Richter. Der Angeklagte, der vor der Urteilsverkündung die Tat bedauerte, nahm den Richterspruch regungslos zur Kenntnis.

Schweigen zur Leichenschändung

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Lagerverwalter seine Ex-Frau im Juli 2008 tötete, weil sich die 38-Jährige geweigert hatte, nochmals mit ihm eine Beziehung einzugehen. Der Türke stach mit einem 13 Zentimeter langen Küchenmesser siebenmal auf die Frau ein; zwei Stiche trafen das Herz - das Opfer verblutete. Anschließend soll er die Leiche geschändet haben. Wenige Tage nach der Tat wurde der Mann festgenommen. Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt ein Teilgeständnis abgelegt; dabei räumte er zwar die Tötung seiner Ex- Frau ein, zum Vorwurf der Leichenschändung äußerte sich der 39-Jährige dagegen nicht.

dpa

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