Tödliche Messer-Attacke in Giesing: 43-Jähriger stirb

Tödliche Messer-Attacke in Giesing: 43-Jähriger stirb

Angriff im Bett

Ex-Freundin die Kehle durchgeschnitten: Lebenslange Haft

Nürnberg - Ihr Leichnam wurde erst zehn Tage später entdeckt: Ein 37-Jähriger hat seinerEx-Freundin heimtückisch im Bett ermordet. Jetzt verurteilte ihn das Gericht zu lebenslanger Haft.

Weil er seiner Ex-Freundin im Bett die Kehle durchgeschnitten hat, ist ein 37-Jähriger in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Mann am Freitag des Mordes schuldig. Motiv sei Eifersucht gewesen, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe es nicht ertragen, dass die Frau ihm den Laufpass gegeben habe.

Der Mann hatte die Vorwürfe bestritten. In der Gesamtschau auf eine ganze Reihe von Indizien habe die Strafkammer dennoch keine Zweifel, dass er den Mord begangen habe, sagte die Richterin. Die ehemalige Lebensgefährtin habe mit dem heimtückischen Messerangriff im November 2015 nicht gerechnet. „Sie wähnte sich völlig in Sicherheit, sie sah nicht einmal auf.“

Eine SMS gab Hinweis auf den Todeszeitpunkt

Die Leiche wurde erst viele Tage später entdeckt - nachdem Kollegen die Polizei gerufen hatten. Der Tatzeitpunkt war daher für die Rechtsmediziner nicht mehr eindeutig feststellbar. Am Abend des 20. November schrieb die Frau jedoch noch einer Arbeitskollegin per Textnachricht aufs Handy, dass sie gleich zu Hause sei, sie wolle dringend mit ihr telefonieren. Später meldete sich die 31-Jährige nicht mehr. Das Mobiltelefon des Angeklagten war zu diesem Zeitpunkt in der Funkzelle am Tatort eingeloggt.

Das Paar hatte sich im Oktober 2014 über Facebook kennengelernt. Bereits im folgenden Dezember zogen sie zusammen. Etwa ein Jahr später trennte sich die Frau von dem Angeklagten.

Täter wollte falsche Spuren legen

Nach der Tat verwüstete der Mann die Wohnung. Damit wollte er laut Urteil falsche Spuren legen und den Verdacht auf einen unbekannten Räuber lenken. Doch dies erweckte bei den Ermittlern eher Misstrauen: Die Inszenierung sei spürbar gewesen. Auch Schmuck und Handy der Frau lagen offen herum. Ein Räuber hätte all dies mitgenommen.

In den Tagen danach erzählte der 37-Jährige seinen Freunden, Kollegen und auch der Polizei, dass seine Ex-Freundin das Schloss der Tür ausgewechselt habe und er nicht mehr in die Wohnung komme. Er habe aber gesehen, dass die Rollläden in der Wohnung rauf- und runtergezogen worden seien, das Licht sei ein- und ausgeschaltet worden. Er rief auch am Arbeitsplatz der 31-Jährigen an und behauptete, er habe bereits eine Vermisstenanzeige aufgeben - ebenfalls eine Lüge.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frau stirbt beim Überholen - Mutter und Kinder verletzen sich schwer
Bei einem misslungenen Überholmanöver in Oberfranken ist eine 35 Jahre alte Frau ums Leben gekommen; eine weitere Frau und ihre Kinder wurden schwer verletzt.
Frau stirbt beim Überholen - Mutter und Kinder verletzen sich schwer
Vermisste Tramperin Sophia L. offenbar in Oberfranken getötet
Seit mehr als einer Woche wird die 28-jährige Sophia L. vermisst. Einem spanischen Medienbericht zufolge wurde jetzt ihre Leiche an einer Tankstelle gefunden. Polizei …
Vermisste Tramperin Sophia L. offenbar in Oberfranken getötet
Autofahrer fällt beim Anblick aus allen Wolken: Betrunkener löst Polizeieinsatz aus
Einen gehörigen Schock hat dieser Autofahrer erlitten. Er hielt einen am Straßenrand schlafenden Betrunkenen für eine Leiche.
Autofahrer fällt beim Anblick aus allen Wolken: Betrunkener löst Polizeieinsatz aus
Gebrochene Schulter: Bus-Fahrgast stürzt nach Vollbremsung - war er selbst schuld?
Wer haftet, wenn ein Fahrgast in einem Linienbus stürzt und sich verletzt? Zu dieser Frage hat das Oberlandesgericht (OLG) München am Freitag eine außergerichtliche …
Gebrochene Schulter: Bus-Fahrgast stürzt nach Vollbremsung - war er selbst schuld?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.