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Ein ehemaliger Mesner ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich monatelang an einem Buben sexuell vergangen hat.

Ex-Mesner hat Buben missbraucht

"Liebe war das nicht!"

Würzburg - Monatelang hat ein Mesner einen Zwölfjährigen missbraucht. Er sei verliebt in den Bub gewesen, sagt der Mann heute. Der Richter sieht das anders. Der 30-jährige Täter muss nun lange ins Gefängnis.

Monatelang hat er sich an einem Buben sexuell vergangen - ein ehemaliger Mesner ist deswegen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Würzburg hielt den 30 Jahre alten Angeklagten am Donnerstag des sexuellen Missbrauchs von Kindern in 20 Fällen für überführt. Der einst ehrenamtliche Mesner aus einer Pfarrgemeinde im Landkreis Kitzingen hatte am ersten Prozesstag gestanden, den damals zwölf Jahre alten Ministranten über Monate hinweg sexuell missbraucht zu haben.

Er sei verliebt in den Jungen gewesen, hatte der 30-Jährige vor Gericht gesagt. „Liebe war das nicht“, sagte hingegen der Vorsitzende Richter der Strafkammer, Lothar Schmitt. Er sprach stattdessen von einem „verabscheuungswürdigen Verhalten“. Der Ex-Mesner habe das Vertrauen und die Neugier des Jungen ausgenutzt.

Zu den sexuellen Handlungen in der Sakristei der Kirche, der Wohnung des Angeklagten oder der elterlichen Wohnung des Jungen war es zwischen Anfang 2004 und Herbst 2005 gekommen. Druck oder Gewalt hatte es offenbar nicht gegeben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine fünfjährige Haftstrafe gefordert, die Verteidigung plädierte für zwei Jahre auf Bewährung.

Am letzten Prozesstag entschuldigte sich der Angeklagte erneut bei seinem Opfer, das als Nebenkläger aufgetreten war. Der inzwischen 20 Jahre alte Ex-Ministrant hat über die Jahre nach eigenen Angaben mehrere Suizidversuche unternommen und ist noch immer seelisch gezeichnet. Richter Schmitt wandte sich bei der Urteilsverkündung auch den jungen Mann. Er habe durch sein mutiges Verhalten gezeigt, dass sinnvoll sei, sich zu offenbaren und Tat und Täter zu benennen.

dpa

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