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Vier Kulturvereine in Mittelfranken brachte ein Sparkassen-Mitarbeiter um ihre Einnahmen.

Bewährungsstrafe für 43-Jährigen

Ex-Sparkassen-Mitarbeiter überweist 90.000 Euro aufs Privatkonto

Ansbach - Über mehrere Jahre buchte ein Sparkassen-Mitarbeiter das Geld von Kulturvereinen auf sein Privatkonto um. Vor Gericht gestand er - und begründete den Betrug. 

Jahrelang hatte er Gelder von Kulturvereinen auf sein Privatkonto umgeleitet und schließlich sogar die Konten der eigenen Bankkunden angezapft - wegen Untreue in 78 Fällen ist am Dienstag ein Ex-Sparkassen-Angestellter aus Wolframs-Eschenbach (Landkreis Ansbach) zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Der Mann räumte ein, zwischen 2010 bis 2015 insgesamt 90.000 Euro von Vereins- und Kundenkonten abgezweigt zu haben. Die Anklage hatte für ihn zwei Jahre und neun Monate Haft gefordert, sein Anwalt ein Jahr und neun Monate.

Die Untreue-Delikte fielen erst auf, als ein in den USA lebendes Ehepaar mit einem Konto bei der Vereinigten Sparkasse Gunzenhausen, wo der 43-Jährige beschäftigt war, auf unerklärliche Abbuchungen stieß. Die daraufhin von der Bank eingeschalteten Innenrevisoren stellten bei ihren Überprüfungen fest, dass der plötzlich ins Zwielicht geratene Geschäftsstellenleiter seit Jahren auch andere Konten angezapft hatte. Der Banker verlor daraufhin seinen Job.

Umfassendes Geständnis sorgt für mildere Strafe

Das Amtsgericht Ansbach begründete seine milde Strafe unter anderem mit dem umfassenden Geständnis des 43-Jährigen. Außerdem habe er mit dem Verkauf seines Hauses und dem damit erlösten Geld Wiedergutmachung geleistet. Bestraft worden sei er auch dadurch, dass er mit dem Verlust von Job und Haus nun vor einem Neuanfang stehe.

Als Grund für die Veruntreuung der Vereins- und Kundengelder nannte der unverheiratete 43-Jährige seine finanziellen Probleme, die er mit dem Bau seines Hauses im Jahr 2006 bekam. „Ich war seitdem immer finanziell am Limit“, sagte er vor Gericht aus. Nach außen habe er aber weiter den Schein wahren wollen, dass alles gut sei. Nach seinem Geständnis nutzte er dafür seine frühere Funktion als Vorstandsmitglied und Vereinskassierer in mehreren Kulturvereinen der Region aus. Zu den geschädigten Vereinen gehörten unter anderem der Freundeskreis Altmühlsee-Festspiele und der Musikverein Wolframs-Eschenbach.

dpa/lby

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