Landesverbands bayerischer Transport- und Logistikunternehmen

Experte erklärt: So helfen Lastwagenfahrer der Polizei

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München - Bayern, das sagt sich so schön, liegt im Herzen Europas. Natürlich wissen das auch Kriminelle – und nutzen den Freistaat gerne als Transitland. Um ihnen besser auf die Schliche zu kommen, will die Polizei nun auf Beobachtungen von Lkw-Fahrern zurückgreifen.

Hans Wormser, Präsident des Landesverbands bayerischer Transport- und Logistikunternehmen, erklärt im Interview, warum der Fahrer ein guter Fahnder ist.

Herr Wormser, Ihre Fahrer sind also jetzt auch Hobby-Detektive?

Hans Wormser: Nein, wir wollen weder Hilfssheriffs noch sonst was sein. Unsere 25 000 bis 30 000 Fernfahrer, die in Bayern unterwegs sind, die haben ein Gefühl für die Straße. Die sehen sofort, wenn sich irgendwo Figuren bewegen, die da nicht hingehören. Wenn jemand zum Beispiel auf einem Autobahn-Parkplatz oder in einem Ort etwas Verdächtiges umlädt. Indem wir das melden, wollen wir eine Unterstützung für die Polizei sein.

Wie kommt es zu der Zusammenarbeit?

Hans Wormser ist Präsident der bayerischen Transportunternehmer.

Wormser: Wir hatten schon mal so eine Vereinbarung, damals mit Günther Beckstein. Das ist dann aber im Sande verlaufen. Bei einem Gespräch mit Innenminister Herrmann hab’ ich das angesprochen und vorgeschlagen, die Zusammenarbeit zu erneuern. Das war zu einem Zeitpunkt, als der Terrorismus nach Europa kam und die Wohnungseinbrüche zugenommen haben. Herrmann fand die Idee gut.

Wie soll die Zusammenarbeit denn praktisch aussehen?

Wormser:  Wenn einem Fahrer was verdächtiges auffällt, ruft er die 110 an, so ist es vereinbart. Er sagt dann: Hier ist Franz Müller von der Spedition Wormser, ich fahre gerade durch den Ort XY und sehe gerade Leute, die was umladen. Das können Einbruchsbanden sein oder sogar Terroristen. Wir wollen natürlich nicht, dass unsere Fahrer anhalten und sich in Gefahr begeben. Er soll nur informieren und die Augen offenhalten, der Rest ist Sache der Polizei.

Besteht nicht die Gefahr, dass die Fahrer übers Ziel hinausschießen?

Wormser: Das glaube ich nicht. Wir werden unsere Mitglieder darum bitten, dass sie ihre Fahrer genau vorbereiten. Es soll natürlich nicht so sein, dass jemand aus Langeweile unnötig die Polizei alarmiert. Alles muss Hand und Fuß haben. Wir haben in unserem Unternehmen über 200 Fahrer – in der Vergangenheit hat niemand Unfug gemacht.

-Haben Infos von Fahrern schon in der Vergangenheit Verbrechen aufdecken können?

Wormser: Wir haben bislang nie Rückmeldung von der Polizei bekommen nach dem Motto: Da haben wir Drogen gefunden, das war eine Fehlmeldung. Das muss auch nicht sein. Es sind aber bestimmt Meldungen dabei gewesen, die der Polizei weitergeholfen haben.

Die Fahrer sind doch beschäftigt genug. Warum diese Zusatzbelastung?

Wormser: Es ist keine Zusatzbelastung, ein Fahrer muss den Verkehr eh beobachten. Außerdem ist das für uns auch Imagepflege. Die Leute schimpfen ja oft über Fernfahrer. So können wir ihnen zeigen, dass wir nicht Behinderer oder Blockierer auf der Straße sind, sondern einen Beitrag zur Sicherheit der Leute leisten.

Wahrscheinlich geht es bei der ganzen Sache um Schleuser...

Wormser: Um alles: Schleuser, Einbrecherbanden. So ein Fahrer nimmt doch ander wahr als Sie und ich. Wenn jemand an der Haustüre rumfummelt, der nicht gerade wie der Inhaber aussieht, merkt er das. Wenn er dann der Polizei den Standort meldet, ist das doch ein Plus für die Sicherheit.

Rubriklistenbild: © dpa

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