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Explosion in Gaststätte: Wirtin vor Gericht

Nürnberg - Knapp fünf Monate nach der Explosion einer beliebten Nürnberger Ausflugsgaststätte hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Wirtin und einen mutmaßlichen Komplizen erhoben.

Sie legt der 62-Jährigen und dem zwölf Jahre jüngeren Mitarbeiter zur Last, die Detonation absichtlich ausgelöst zu haben. Als Motiv nannte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth in einer Mitteilung vom Dienstag, dass sich die Frau mit der Versicherungssumme wirtschaftlich sanieren wollte.

Die Anklage lautet auf Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchten Betrug beziehungsweise Beihilfe. Die Detonation hatte am 4. Januar die Gaststätte “Zum Klösterle“ im Stadtteil Pillenreuth teilweise zerstört. Verletzt wurde niemand.

Die Ankläger gehen davon aus, dass die Wirtin bereits 2011 beschlossen hatte, die unrentabel gewordene Traditionsgaststätte in die Luft fliegen zu lassen. Ihr mutmaßlicher Komplize verweigerte den Ermittlungen zufolge zunächst die Hilfe, ließ sich dann aber doch zu der Tat überreden - aus Mitleid, wie die Staatsanwaltschaft vermutet. Neben 1000 Euro Sofortzahlung soll die Frau dem 50-Jährigen ein Drittel der Versicherungssumme versprochen haben.

In der Nacht vor der Explosion öffnete der Mann nach Überzeugung der Anklagebehörde zwei Gasleitungen in der Küche. Am Morgen flog nicht nur das Wirtshaus in die Luft - auch an sechs Gebäuden ringsum entstand ein Schaden von allein einer halben Million Euro. Bald darauf machte die 62-Jährige einen Schaden von gut 200 000 Euro an ihrer Gaststätte geltend. Da die Staatsanwaltschaft aber bereits Ermittlungen eingeleitet hatte, zahlte die Versicherung nicht.

Die Beschuldigte - sie sitzt seit Anfang März in Untersuchungshaft - bestreitet die Tat. Ihr Komplize hat gestanden. Der Haftbefehl gegen ihn wurde allerdings außer Vollzug gesetzt. Die zuständige Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth muss nun über die Eröffnung des Prozesses entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hat 41 Zeugen und 3 Sachverständige benannt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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