In weiten Teilen Deutschlands - wie hier in Berlin - schüttet es wie aus Eimern.
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In weiten Teilen Deutschlands - wie hier in Berlin - schüttet es wie aus Eimern.

Was kommt noch?

Extremes Wetter in Bayern: Nach Dauerregen droht Hochwasser

  • Nora Linnerud
    VonNora Linnerud
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In vielen Teilen Bayerns schüttet es wie aus Eimern – und das noch bis zum Mittwoch. In München fällt in 48 Stunden so viel Regen wie sonst im ganzen Monat. Nun drohen Überschwemmungen.

Update 11.25 Uhr: Seit dem Wochenende fallen stellenweise extreme Regenfälle in Bayern. Überschwemmungen drohen. Es gilt die höchste amtliche Warnstufe. Alle aktuellen Entwicklungen zu den extremen Regenfällen und möglichem Hochwasser gibt es im News-Ticker.

Extremes Wetter in Bayern: Nach Dauerregen droht Hochwasser

Extremes Unwetter am Alpenrand sagt der Deutsche Wetterdienst bis zum Mittwoch voraus. Die Folge sind Überschwemmungen und vielleicht sogar Sturzfluten.

München – Bayerns Himmel ist nach kurzem Sonnenschein am Wochenende wieder mit dicken grauen Wolken verhangen. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlichte eine Deutschlandkarte, darauf ist das Alpenvorland rot, der Alpenrand dunkellila eingefärbt. Lila bedeutet: Warnung vor extremem Unwetter, die höchste Warnstufe 4 tritt ein. Bis zum frühen Mittwochmorgen soll es ungemütlich bleiben – mindestens. In der Folge könnten Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen und Überflutungen von Straßen oder Kellern entstehen. Auch Erdrutsche und Sturzfluten seien möglich. In einigen Gegenden werden deshalb bereits Vorsichtsmaßnahmen für ein mögliches Hochwasser ergriffen.

„Da wird einiges vom Himmel kommen“, sagt Meteorologe Reit Schaab vom DWD. Zum Niederschlag kommt ein weiterer Faktor: „Im Januar hatten wir reichlich Schnee, der zumindest in höheren Lagen noch liegt“, sagt Schaab. Die Regenmengen und das Schmelzwasser fließen jetzt zusammen und können in einigen Gegenden zu Überschwemmungen führen. Was dann von den Bergen herabkommt, das fließe alles in Richtung Donau. 

„Alleine in München wird in den 48 Stunden zwischen Montag- und Mittwochfrüh so viel Regen fallen wie sonst in einem ganzen Monat“, prognostiziert Schaab. Nämlich 50 bis 80 Liter pro Quadratmeter. Noch mehr Niederschlag gibt es im Allgäu, dort fallen 100 bis 140 Liter Regen, in Staulagen – also dort, wo die Wolken nicht weiterziehen, sondern sich beispielsweise an den Alpen aufstauen – könnten 180 Liter pro Quadratmeter fallen. „Das Tief staut sich von Norden an den Alpen auf“, sagt Schaab.

Extremes Wetter in Bayern: Nach Dauerregen droht Hochwasser

Bereits am Montagnachmittag ging es in Bayern wettertechnisch richtig rund. Doch das war wohl erst der Anfang. 

Deswegen heißt es jetzt: Je näher an den Alpen, desto mehr Regenwasser. Das Landesamt für Umwelt warnt in seinem Hochwassernachrichtendienst für die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen vor Überschwemmungen der Meldestufe 1 und 2. Das heißt: Überschwemmte Wiesen und leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen sind möglich. In Bad Tölz im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sperrte das Wasserwirtschaftsamt bereits die Isarpromenade. Dort befindet sich ein beliebter Parkplatz für Wohnmobil-Camper. Den Urlaubern wurde ein Ausweichparkplatz zur Verfügung gestellt.

Für die Landkreise Miesbach und Rosenheim ist die Prognose kritisch. Dort warnt das Landesamt seit Montagnachmittag, dass einige Wasserpegel die Meldestufen 3 und 4 erreichen könnten. Die Mangfall könnte in Rosenheim einzelne Keller überschwemmen, bei Feldolling (ebenfalls Landkreis Rosenheim) könnte der Mangfall-Pegel möglicherweise sogar die Meldestufe 4 überschreiten. Das heißt: Bebaute Gegenden könnten in größerem Umfang überflutet werden, der Einsatz von Wasser- oder Dammwehr wäre dann erforderlich. Im Landkreis Miesbach könnte es rund um Tegernsee und Schliersee ebenfalls Wasser in den Kellern geben.

Zudem ist nicht auszuschließen, dass Sturzfluten eintreten, wie beispielsweise 2016 in Simbach am Inn, warnt Frank Wilhelm, Hochwassernachrichtendienst-Mitarbeiter beim Landesamt für Umwelt. Das plötzlich auftretende Hochwasser hatte damals sieben Tote zur Folge. Genau lasse sich jedoch nicht lokalisieren, wo die Gefahr einer Sturzflut besonders hoch sei – nur dass sie im Westen und Süden Bayerns erhöht sei, betont Wilhelm. „Momentan haben wir eine Situation mit heftigen Gewittern“, sagt er. „Man weiß nicht, was passiert.“ Für eine Sturzflut müsse jedenfalls kein Fluss in der Nähe sein, sagt Wilhelm, „es reicht viel Regen“.

Anfang Februar zog Sturmtief Petra durch Teile Bayerns und sorgte für Chaos. Jetzt warnt der Deutsche Wetterdienst erneut - vor fünf Dingen gleichzeitig.

VON NORA LINNERUD

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