Moritz Becker

Facebook erforschen: Melden Sie sich an!

München - Moritz Becker ist Sozialpädagoge und arbeitet für den Verein „smiley“, der Medienkompetenzen von Eltern stärken will. Der 35-Jährige hält deutschlandweit Vorträge über Medien und den richtigen Umgang damit.

Am 22. Oktober referiert er ab 19 Uhr im Jodquellenhof Alpamare in Bad Tölz, Ludwigstraße 13-15, und am 23. Oktober ab 19 Uhr in der Alten Rotation des Münchner Merkur im Pressehaus München, Bayerstraße 2-4. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich unter www.merkur.de/spurenimnetzoder unter Tel.: 089/5306-646. Die Vorträge dauern jeweils zwei Stunden.

-Sie haben eine Tochter im Grundschulalter. Darf sie schon ins Internet?

Sie ist natürlich nicht bei Facebook, aber ins Internet darf sie schon. Ich merke aber, dass das für mich als Vater anders ist als als schlauer Experte, der Vorträge hält.

-Inwiefern?

Als Experte sage ich, wenn das Kind seine Privatsphäre genauso schützt wie zu Hause, ist das okay. Als Vater denke ich mir, vielleicht ist mehr Kontrolle doch besser. Es ist ein grundsätzlicher Konflikt: Die Eltern von heute haben in ihrer Jugend einfach nichts vergleichbares erlebt, außer vielleicht das Farbfernsehen.

-...und tun sich jetzt schwer, Internet-Phänomene wie Facebook zu verstehen.

Genau. Aber es hilft dem Kind sicher nicht zu sagen, früher ging es auch ohne Internet, ohne Fernsehen, ohne Servolenkung. Die Welt dreht sich weiter.

-Was raten Sie den Eltern?

Die Kinder oder Jugendlichen konstruktiv zu begleiten. Das heißt, wenn das Kind zum Beispiel aus der Grundschule heimkommt und etwas über Windmühlen erfahren will, kann man sich ja zusammen vor den Computer setzen, vielleicht bei Youtube nach einem Video über Windmühlen suchen. Oder gemeinsam Facebook erforschen, wenn vielleicht Mutter und Sohn in sozialen Netzwerken nach alten Schulkameraden suchen. Wie sieht das Kind jetzt aus, das damals mit meinem Sohn in der Klasse war? Das kann spannend sein.

-Was sind die Sorgen der Eltern, die ihre Vorträge besuchen?

Es gibt zwei Extreme. Die einen unterschätzen das Internet massiv. Sie sagen, wir verstehen nichts davon, wird schon passen. Und dann gibt es noch die Eltern, die ihre Kinder überbehüten und ihre Angst auf die Kinder übertragen. Die haben oft von obskuren Studien gelesen, wie die, dass Jugendliche durch das Benutzen von Google verdummen. Das stimmt natürlich nicht.

Interview: Patrick Wehner

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