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Die Facebook-Veranstaltung, zu der rund 180.000 Menschen eingeladen waren, wurde bereits aus dem Internet gelöscht. Weil sich trotzdem tausende Gäste ankündigten, ist das Landratsamt Landsberg eingeschritten. 

Tausende wollten zur Feier

Facebook-Party: Geburtstag verboten

Landsberg am Lech - Wegen einer Party, die mit tausenden Gästen auszuufern drohte, hat das Landratsamt Landsberg am Lech reagiert: Die Behörde hat die Veranstaltung verboten.

Es sollte die Party des Jahres werden. Ganz Kaufering wollte zum 14. Geburtstag von Tamara (Name geändert) kommen.Bei Facebook hatten sich dafür schon über 17 000 Teenager und junge Erwachsene für die Party angemeldet. Über 150 000 Zusagen standen gar noch aus. Doch jetzt hat das Landratsamt Landsberg der Riesenfete den Stecker gezogen! Wer kommt, dem droht eine Geldbuße von bis zu 1000 Euro!

Unbedarft hatte Tamara bei Facebook zu ihrer Geburtstagsfeier am Baggersee in Kaufering eingeladen. „Nehmt ruhig noch Leute mit und ladet eure Freunde ein. Wer nicht weiß, wo der See ist, den hol’ ich vom Bahnhof ab!“, schrieb die Schülerin.

Ausgeartete Facebook-Partys in und um München 

Ausgeartete Facebook-Partys in der Region

Was das Mädchen – wie viele andere – nicht bedachte: Anstatt nur ihre Freunde im sozialen Netzwerk einzuladen, kennzeichnete sie die Fete als eine öffentliche Veranstaltung. Mit der Konsequenz, dass nun jeder jeden zu dieser Feier einladen konnte. Und so wurden aus wenigen Teenies eine ganze Horde, die am heutigen Samstag feiern wollte.

Der Polizei in Landsberg war die Facebook-Party nicht entgangen. „Bei uns steht das Telefon nicht still“, sagte der Beamte Peter Kneipp vor kurzem dem Münchner Merkur. „Wir bekommen sogar Anrufe aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.“ Kurzerhand ließ die Polizei schon mal die Partyseite löschen – mit wenig Erfolg allerdings: Wenige Minuten später eröffneten andere Jugendliche ähnliche Seiten – für Nachfolgeveranstaltungen. Die arme Tamara ist mittlerweile mit den Nerven am Ende. Die Polizei glaubte pessimistisch: „Das lässt sich nicht mehr bremsen.“

Das sieht auch das Landratsamt so – und erließ eine Partystopp-Verfügung: „Aufgrund der negativen Erfahrungen und Vorkommnissen aus anderen Städten mit ähnlichen Facebook-Partys.“ Das Verbot gilt bis Sonntag, 6 Uhr, und betrifft die Gemeindegebiete Igling und Kaufering. Man werde mit Fingerspitzengefühl vorgehen, hieß es im Landratsamt. Wer etwa über Facebook nur zur kleinen Grillfeier im normalen Rahmen einlade, brauche sich nicht vor Strafe fürchten.

tz

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